News | Von Klaus Härtel

Buffet Crampon: Hugo Schreiber verstorben

In ein paar Tagen wäre er 89 Jahre alt geworden. Er hat im deutschen Musikinstrumentenbau der Nachkriegszeit Geschichte geschrieben. War er doch der Visionär und Unternehmer, der stets respektvoll und bemüht im Umgang mit Mitarbeitern, Kollegen und Konkurrenten, der nach der Vertreibung aus dem Sudetenland im hessischen Nauheim ein Unternehmen von Weltgeltung aufgebaut hat. Nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 führte ihn sein Weg bald nach Markneukirchen, wohlwissend im Vogtland auf gut ausgebildete Instrumentenmacher und Meister zu treffen, die unter der neuen Situation eine neue Basis für ihr Tun und Können suchten. Anfangs dezentral mit kleineren Werkstätten und elf Mitarbeitern startete die Firma Schreiber die Produktion zunächst für Teile und Endmontage, bis später ein komplett neues Werk im Gewerbegebiet für ca. 200 Mitarbeiter entstand, in dem heute Klarinetten, Oboen, Fagotte und Saxofone gebaut werden.

Hugo Schreiber zählte zu den Gründervätern des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumentenhersteller – BDMH und arbeitete ehrenamtlich über Jahrzehnte im Vorstand, langjährig als stellvertretender Vorsitzender. Dabei wurde er zu einem Vorbild für den Gemeinsinn einer Verbandsarbeit. Er führte die Forschungsgemeinschaft als Vorsitzender, stets nach neuen Fertigungsmethoden und Materialien suchend, um Know-how und Produktqualität weiter zu entwickeln und voranzutreiben.

Dem Gedanken der europäischen Einheit stand er äußerst positiv gegenüber und unterstützte die Einrichtung einer europäischen Verbandsvertretung der Konföderation der Europäischen Musikindustrie (CAFIM), um den Gedankenaustausch und die Vertretung gemeinsamer Interessen unserer Branche innerhalb der sich konstituierenden Europäischen Union zu ermöglichen.

Hugo Schreiber war einer der frühen Förderer der Musikerziehung und des Musikunterrichts mit Musikinstrumenten an allgemein bildenden Schulen als ideale Markterweiterungsmaßnahme. Er verwies auf den erfolgreichen Schulmusikmarkt in den USA und den dort vorherrschenden, flächendeckenden Musikunterricht mit Musikinstrumenten, als dessen Folge sich Blaskapellen/Marching-Bands an nahezu jeder Schule gebildet haben d.h. bis heute bestehen. Genutzt werden konnten seine Hinweise, um diese Form, bei uns genannt "Klassen Musizieren", mit seiner tatkräftigen Hilfe nach Deutschland zu holen und an der seinerzeit gegründeten Akademie für Musikpädagogik berufsbegleitende Fortbildungen einzurichten, um deutschen Musikpädagogen diese Unterrichtsform nahezubringen.

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