News | Von Klaus Härtel

Corona-Hilfen für Kulturschaffende

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Täglich fallen 1400 Konzerte aus. (Foto: bundesmusikverband.de)

Das Corona-Virus bedroht Existenzen. Auch die der Kulturschaffenden. Dieser Beitrag bietet einen Überblick zu den Fragen: Was kann man tun? Wie kann man helfen und vor allem: Wie kann Musikern geholfen werden? Den Beitrag aktualisieren wir laufend.

Im Interview erklärt Jürgen Enninger, Leiter des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft bei der Landeshauptstadt München, warum es das gute Recht aller Kulturschaffenden ist, Hilfen zu beantragen.

Das Softwareunternehmen Lexware hat ein Informations- und Aufklärungsangebot unter www.lexware.de/coronavirus zusammengestellt, das zu wichtigen Fragen rund um Arbeitsausfälle, Kurzarbeit, staatliche Hilfen und Entgeltfortzahlung Antworten liefert. Außerdem stehen neben Online-Schulungen und Handlungshilfen in Kürze auch Tools und Erweiterungen von lexoffice kostenlos zur Verfügung.

Die Firma session in Walldorf und Frankfurt hat sich einen Service überlegt. Da – wie bei vielen anderen Einzelhändlern auch – die Filialen geschlossen sind, bietet der Webshop einen Same-Day-Service für Bestellungen vor 14:00 Uhr an.

Corona betrifft auch die Amateurmusik, die davon lebt, dass viele Menschen an einem Ort zusammenkommen und davon sind wiederum viele andere Wirtschaftszweige (Dirigenten und Solisten, Busunternehmen, Jugendherbergen, Druckereien, Caterer, etc.) abhängig. Aktuell fallen jeden Tag schätzungsweise 1400 Veranstaltungen nur in der Amateurmusik aus. Der BMCO (Bundesmusikverband Chor & Orchester) setzt sich zusammen mit den Präsidenten der Mitgliedsverbände sowie seinen Dachverbänden Deutscher Musikrat und Deutscher Kulturrat dafür ein, dass die wirtschaftlichen Folgen so gut wie möglich aufgefangen werden können, damit die reichhaltige Amateurmusikszene diese Krise überstehen kann.

Initiativen von Bund und Ländern in Deutschland

Eine Zusammenstellung hat die „Allianz Deutscher Produzenten“ kürzlich veröffentlicht. Auch diese „ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit“.

Die Bundesregierung hat schnell und pragmatisch mit den Hilfsmöglichkeiten gehandelt, und dabei mit der Corona-Soforthilfe auch die Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen nicht vergessen. Einziges Kriterium für die Hilfen ist, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Corona resultieren und diese nicht schon vor März 2020 bestanden. Auch der Deutsche Musikrat ist „froh über das von der Bundesregierung beschlossene und vom Bundestag und Bundesrat in dieser Woche zu beratende Hilfspaket und danken der Kulturstaatsministerin für ihr erfolgreiches Eintreten für die Kulturschaffenden.“ Außerdem will die Bundesregierung auf die Rückforderung von Geldern für Projekte und Veranstaltungen, die nun nicht stattfinden können oder nicht stattgefunden haben, wenn möglich verzichten.

Auch bei den Ländern können Kulturschaffende eine Entschädigung beantragen. Einen Überblick über die zuständigen Behörden gibt es hier.

Das Land Baden-Württemberg hat einen Soforthilfe-Fond angekündigt, in Bayern sind die Formulare schon online. Hier können Freiberufler, die „durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind“, Soforthilfe beantragen.

Auch in Niedersachen können Musiker Zuschüsse beantragen, in Nordrhein-Westfalen ist eine „existenzsichernde Einmalzahlung“ von bis zu 2000 Euro möglich. Hier stehen insgesamt 5 Millionen Euro zur Verfügung. 

Das Saarland bietet Selbstständigen und Unternehmen einen „bedingt rückzahlbaren Zuschuss des Landes von 3.000 bis 10.000 Euro“. Den Antrag gibt es hier

Soforthilfe-Fonds

„Das eine tun und das andere nicht lassen“, hat Jürgen Enninger im Interview gesagt. Soll heißen: Musiker haben Recht auf staatliche Hilfe und sind nicht auf gönnerhafte Almosen angewiesen. Nichtsdestotrotz verurteilt Enninger die Spendenaufrufe und Sozialfonds der Verwertungsgesellschaften nicht. Im Gegenteil.

Die Deutsche Orchester-Stiftung hat einen Spendenaufruf für einen Nothilfefonds für freiberufliche Musiker ins Leben gerufen. Bei der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) Freiberufler im Rahmen der sozialen Zuwendungen der GVL 250 € Unterstützung beantragen. Weitere Hilfen sind in Planung. Die VG-Wort unterstützt über ihren Sozialfonds Autor und Verleger. 

Die GEMA kündigt finanzielle Hilfen in einer Gesamthöhe von rund 40 Millionen Euro an. Ein Schutzschirm hilft Komponisten und ein Corona-Hilfsfonds springt bei individuellen Härtefällen ein. Anträge für beide können ab dem 30. März gestellt werden. 

Die Deutsche Orchestervereinigung stellt für alle freischaffenden DOV-Mitglieder 150.000 Euro zur Verfügung und ruft Mitglieder in finanziell abgesicherten Verhältnissen zu weiteren Spenden auf.