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Das Münchner Ensemble GoldMund gastiert erstmals in Frankreich 

Das Münchner Ensemble GoldMund gastiert erstmals in Frankreich 
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Foto: Sandra Eckhardt

Auf nach Frankreich! Genauer gesagt: in den Süden des Landes, nach Aix-en-Provence, wo vom 28. März bis 12. April 2026 das namhafte Festival de Pâques stattfindet. Das aus München stammende Blechbläserensemble GoldMund wird zusammen mit seiner Sängerin Anna Veit hier erstmals gastieren. Und es ist das erste Mal überhaupt, dass die fünf Bläser nebst Schlagzeuger, die allesamt Mitglieder der Münchner Philharmoniker sind, zusammen mit der schlagfertig-charmanten Diseuse und Chansonnière in dieser Konstellation in Frankreich auftreten. 

Wo sonst als im Geburtsland des Chansons sind GoldMund besser aufgehoben? „Es ist für uns natürlich etwas ganz Besonderes, an diesen Ort zu reisen und dort die ursprüngliche Gründungsidee von GoldMund zu feiern: die Verbindung von feinstem philharmonischem Bläsersound (Gold) mit ausdrucksstarkem Chanson (Mund)“, erklärt Schlagzeuger Sebastian Förschl.

Beim Auftritt am 11. April 2026 im Théâtre du Jeu de Paume stehen u. a. Lieder und Arrangements von Kurt Weill, Coco Schumann, Jacques Brel und der französischen Chansonlegende Barbara auf dem Programm. Auch die Schwabinger Gisela wird vertreten sein. Jene Sängerin war im Nachkriegsdeutschland für ihre verruchte Aura und allzu anstößige Texte bekannt. Ein Richter verdonnerte sie seinerzeit zu einer Strafe, ließ aber auch eine gewisse Art von Faszination durchklingen, als er die Schwabinger Gisela als „gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter“ beschrieb. 

Mit dem Aufritt in Südfrankreich setzen GoldMund konsequent ihren Weg fort, das traditionelle Chanson durch die Kombination mit philharmonischen Blechbläsern in ein neues Licht zu rücken. Das Ensemble ist auf Konzert- und Theaterbühnen genauso zuhause wie in plüschigen Varietés, angesagten Clubs oder zünftigen Schänken. Erst kürzlich traten die sechs Herren mit ihrer stimmstarken Leaderin sogar zwischen Kaffeesäcken und Versandpaketen auf: in der Kaffeerösterei Dinzler im oberbayerischen Irschenberg. Publikum wie Presse waren begeistert. „Dabei erwies sich Anna Veit als Goldkehle: Sie sang nicht nur lyrisch fließend oder empathisch zupackend, sondern interpretierte ihre Chansons und Songs flüsternd, zwitschernd, gurrend, skandierend, erzählend, empört oder klagend“, schrieb ein Kritiker des Oberbayerischen Volksblatts. Und weiter: „Sie kann die Töne langziehen und dann vibrieren lassen, das Mikrofon umarmen oder von sich werfen. Dabei verändert sie ständig ihren Stimmklang.“ 

Darauf darf sich rund um die Ostertage auch das Publikum in Aix-en-Provence freuen. Jacques Brel und Barbara kennt es sicher, aber die Schwabinger Gisela? Und dann auf Deutsch? Einige französische Chansons des Repertoires singt Anna Veit ja sonst in deutschen Übersetzungen, in speziell von ihr oder den Kollegen erstellten Arrangements. Was also tun? Auch Ulrich Haider muss erstmal nachdenken: „Da stellt sich die Frage nach der Übersetzung umgekehrt“, erklärt er. „Als deutschsprachiges Ensemble deutsche Chansons in französischer Übersetzung? 2/2 

Französische auf Deutsch? Oder doch alles in der Originalsprache …? Den Besuchern in Aix kann ich nur sagen: Stellen Sie sich auf Überraschungen ein!“ Sicher ist nur so viel: Neben Künstlern wie Martha Argerich, Gidon Kremer, Jordi Savall und Mao Fujita, die beim Festival de Pâques auftreten, nehmen sich die Gold-Kehle Anna Veit mit ihren blechernen Begleitern nebst Percussionist eher wie Paradiesvögel aus. Wobei die Münchner Philharmoniker, denen die Herren angehören, beim diesjährigen Festival eine besondere Rolle spielen. Sie starten in eine dreijährige Residenz, zusammen mit dem israelischen Dirigenten und Pianisten Lahav Shani, der ab der Saison 2026/27 als neuer Chefdirigent das Orchester leiten wird. 

Anna Veit jedenfalls freut sich jetzt schon auf das Konzert am Vorabend des Festivalfinales – und auf den einzigartigen Auftrittsort. „Dieses unfassbar schöne Théâtre du Jeu de Paume! Ich bezeichne es gern als ‚Ball-Spiel-Haus‘. Begrifflich und ästhetisch könnte es uns nicht besser stehen. Der Ball hier als Fest, das Spiel als zutiefst menschliches Bedürfnis, und dann noch als Theater: Perfect match!“ 

Link zum Festival 

Hybrid-Ensemble aus Bayern – das Ensemble GoldMund mit Anna Veit

Die Blasmusik kommt aus Bayern – woher auch sonst? Sechs Musiker der Münchner Philharmoniker bilden zusammen mit der klassisch ausgebildeten Mezzosopranistin und Chanteuse Anna Veit das außergewöhnliche Ensemble GoldMund. Die sechs Herren sind: Florian Klingler und Bernhard Peschl (beide Trompete), Ulrich Haider (Horn), Quirin Willert (Posaune), Ricardo Carvalhoso (Tuba) und Sebastian Förschl (Schlagzeug). In ihrem Nebenberuf wechseln sie mit sichtbarem Vergnügen und subtilem Humor zwischen den Genres. Ansonsten wirken die Herren dezent im Hintergrund, denn vor ihnen strahlt eine Glamour Lady, die alles im Griff hat. 2021 veröffentlichte das Ensemble sein Debütalbum „Für’s Erste“. Es folgte das augenzwinkernde Weihnachtsalbum „Mehr oder weniger LAMETTA“; im Herbst 2024 legte man mit „Mehr oder weniger LEGENDEN“ nochmal nach. Musical Today schrieb: „Wenn sich Veit an Goethes ‚Faust‘ heranwagt und dessen ‚heilige‘ Zeilen in freier Nachdichtung mit James-Bond-Songs von Paul McCartney bis Billie Eilish würzt, bleibt nur anerkennend zu sagen: Gewagt – und gewonnen!“