Wood | Von Hans-Jürgen Schaal

Dem Saxofonisten Hans Koller zum 100. Geburtstag

Hans Koller

Der bedeutendste Jazzpreis Österreichs wurde nach ihm benannt und von 1997 an jährlich in bis zu zehn Kategorien verliehen. Als der Hauptsponsor im Jahr 2009 ausstieg, musste der Preis allerdings eingestellt werden – der Namensträger hat das nicht mehr erlebt. Am 12. Februar 2021 würde der Saxofonist Hans Koller 100 Jahre alt.

In den 1950er Jahren gehörte Hans Koller (1921 bis 2003) zu den zwei, drei bekanntesten nicht-amerikanischen Jazzmusikern. “Er war der führende europäische Tenorsaxofonist”, sagt der Pianist Joe Zawinul, der mit 19 Jahren in dessen Band am Klavier aushelfen durfte. Kollers Album “Hans Is Hip” erhielt 1953 – als erstes ­Album aus Europa – die begehrte Fünf-Sterne-Wertung im amerikanischen “Down Beat”. Für den Jazzjournalisten Ernest Borneman, der zu dieser Zeit im “Melody Maker” schrieb, war Jazz-Deutschland schlicht und einfach “Kollerland”. 

Jutta Hipp, Kollers reguläre Pianistin, startete damals eine Karriere unter eigenem Namen und ging 1955 nach New York. Hans Koller hat sich zu diesem Schritt nie entschließen können. Doch wenn Jazzgrößen aus den USA hierzulande auf Tournee waren, bekam Europas führender Musiker regelmäßig Features als Gastsolist – bei Stan Kenton, Benny Goodman, Duke Ellington, Dizzy Gillespie. 1958 war der Saxofonist auch der Star der SWF-Bigband unter ihrem amerikanischen Leiter Eddie Sauter. 

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