Orchestra | Von Stefan Kollmann

Der Florentiner Marsch. Analyse eines Meisterwerks

Florenz
Foto: Claudia Schmalz - Pixabay

Julius Fučiks bekanntester und möglicherweise auch schönster Marsch trägt den Titel Florentiner Marsch. Er ist sein Opus 214. Der Florentiner Marsch ist ein Idealmodel für Fučiks besondere Marschkunst. Sowohl in der Fassung für sinfonisches Orchester wie vor allem in der Blasmusikausgabe wurde die Komposition zu einem der meist gespielten Märsche überall auf der Welt. Eine Analyse.

Gründliches und intensives Studium der Partitur eines Werks ist Voraussetzung für eine überzeugende und gelungene Interpretation in Konzerten, bei Wettbewerben, Wertungsspielen oder anderen Präsentationsformen. Das gilt für Konzertmärsche besonders, wenn diese bekannt sind oder bereits seit vielen Jahren zum Standard-Repertoire gehören. Hier lohnt es sich, besonders genau hinzuschauen und mit klarer Struktur und akribischem Entdeckergeist die Partitur zu studieren. Der Dirigent und Buchautor Carl Chevallard (USAF Band of the Rockies) meint im Buch “Teaching Music through Performing Marches”: “Marches are Music!” Eine Aussage, die ich unbedingt unterstreichen möchte.

Akribisches Studium wird musikalisch wirkungsvoll sein

Eines steht von Anfang an fest: Der Gewinn eines solchen akribischen Studiums der Partitur wird nachhaltig, äußerst erfolgreich und – im Sinne einer besseren Interpretation – musikalisch extrem wirkungsvoll sein. Alex Schillings zitiert in “Metafoor” den Dirigenten Hans Vonk, der auf die Frage, was das Schwierigste am Dirigieren sei, antwortet: “Das Schwierigste ist die lebenslange Suche nach dem Unterschied zwischen Haupt- und Nebensache einer Komposition.” Dieses Zitat fokussiert die Quintessenz eines effektiven Partiturstudiums hervorragend. Inspiriert von den An­regungen der Publikation von Carl Chevallard und vielen anderen Impulsen empfehle ich, wie auch im Beitrag “Märsche sind Musik! 20 Tipps für eine bessere Präsentation von Konzertmärschen” (siehe BRAWOO 1-2/21) erwähnt, das sehr ernsthafte und gründliche Erarbeiten der Partitur bzw. des Particells.

Die Tabelle kann Dirigenten als Vorlage dienen, um sich einen optimalen, effizienten und schnellen Über­blick über ein Werk zu verschaffen. Gibt es hier als PDF!

Im vorliegenden Beitrag möchte ich mich auf die Erarbeitung und Analyse von Taktabschnitten beschränken. Weitere umfangreiche Informationen sind wir unter brawoo.de/florentiner zusammengestellt. 

Detailanalyse in Form und Struktur (bezogen auf die Fennell-Ausgabe)

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