News | Von Cornelia Härtl

“Die BRAWO wird ganz besondere Messe!”

BRAWO

Die für März 2020 geplante Premiere der Blasorchestermesse BRAWO fiel als eine der ersten Veranstaltungen der Pandemie zum Opfer. Auch den Ersatzterminen im November 2020 und 2021 machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Nun soll die BRAWO aber endlich stattfinden. Wir sprachen mit Messe-Geschäftsführer Stefan Lohnert über die Branche insgesamt, das geplante Programm und seinen ganz persönlichen Bezug zur BRAWO.

Herr Lohnert, mit welchem Gefühl sehen Sie der Premiere entgegen? Wurde die Vorfreude durch die lange Wartezeit nur größer oder entwickelte sich der Neuling im Messe-Portfolio vielleicht sogar zum Sorgenkind?

Ein Sorgenkind ist die BRAWO auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil: Wir freuen uns alle riesig auf die Premiere. Natürlich ist es schade, dass wir nun so lange warten mussten, um mit der BRAWO an den Start zu gehen. Wir haben einen tollen Austausch mit der Branche und echte Highlights mit Konzerten und spannenden Workshops auf unserem Gelände. In Kombination mit den anderen Veranstaltungen des Stuttgarter MesseHerbst wird die BRAWO aus meiner Sicht eine ganz besondere Messe in diesem Jahr.

Haben Sie selbst einen Bezug zur Blasmusik? Wenn ja, welchen?

Ich spiele seit über 40 Jahren leidenschaftlich Tuba. Und das nicht nur hobbymäßig im stillen Kämmerchen, von Zeit zu Zeit beteilige ich mich auch bei kleineren Auftritten, Stilrichtung volkstümliche Musik bis Blechbläserquintett. Dadurch habe ich natürlich einen ganz besonderen Bezug zur BRAWO. 

Brawo
Stefan Lohnert, Geschäftsführer Messe Stuttgart (Foto: Terzo Algeri Fotoatelier M / Landesmesse Stuttgart GmbH
Warum wurde die BRAWO denn grundsätzlich vom ursprünglichen Termin im März in den November verschoben?

Nach der coronabedingten Absage im Frühjahr 2020 und 2021 wollten wir die BRAWO an den Stuttgarter MesseHerbst 2021 andocken. Leider haben auch hier die Einschränkungen aufgrund der Pandemie dazu geführt, dass eine Blasinstrumentenmesse, so wie wir sie veranstalten wollen, keinen Sinn gemacht hätte. Die BRAWO passt aber aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung und ihrer Zielgruppe hervorragend zum Stuttgarter Messe­Herbst. Hier haben wir traditionell viele Familien vor Ort, die am Thema Musik sehr interessiert sind.

Wie hat denn die Landesmesse Stuttgart die Coronazeit grundsätzlich überstanden? Mit welchen Herausforderungen hatten Sie zu kämpfen?

Für uns ist dies jetzt das dritte Pandemiejahr, wir sprechen also von drei verlorenen Geschäftsjahren, deren Folgen – das muss man auch nicht beschönigen – ein dramatisches Minus nach sich zogen. Eine große Herausforderung war natürlich die Absage vieler schöner Veranstaltungen und deren Rückabwicklung. 

Dennoch blicken wir nun durchaus positiv auf das restliche Jahr 2022. Nach einer tollen AMB (Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung) im September steht neben vielen anderen Fachmessen mit dem Stuttgarter Messe­Herbst – und damit auch der BRAWO – eine beliebte und etablierte Publikumsveranstaltung im Kalender.

Und was ist Ihr Eindruck, wie die Blasmusikbranche die Pandemie verkraftet hat? Sind nach wie vor alle Aussteller mit dabei oder sind manche noch sehr zurückhaltend? 

Wir merken der Branche an, dass alle froh sind, endlich wieder in vollem Umfang musizieren zu können. Gleichzeitig hat aber auch die Blasmusik Probleme, vor denen andere Vereine nicht geschont sind, zum Beispiel wenn es um den Nachwuchs geht. Daher glauben wir, dem mit der BRAWO, ihren Angeboten und unserem Publikum etwas anbieten zu können. Hinzu kommt, dass andere Musikmessen wie in Frankfurt oder der »musicpark« in Leipzig in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Branche ist sehr froh, dass wir ihr in Stuttgart eine Plattform geben.

Als fachlicher und ideeller Träger der BRAWO fungiert nach wie vor der Blasmusikverband Baden-Württemberg. Wie kam es zu dieser Kooperation und welche Vorteile versprechen Sie sich davon?

Mit dem Blasmusikverband Baden-Württemberg (BVBW) zusammenzuarbeiten ist nur folgerichtig. Der BVBW hat ein tolles Netzwerk und sehr enge Kontakte in die Branche. Das ist essenziell für den Erfolg einer Messe. So schaffen wir es auch, dass echte Größen der Blasmusik zu uns auf die BRAWO kommen und die Veranstaltung damit wirklich aufwerten. Zudem bereichert der BVBW unsere Konzerte, Workshops und das übrige Rahmenprogramm. An dieser Stelle möchte ich mich auch explizit für die tolle Zusammenarbeit bedanken.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher auf der BRAWO?

Das Programm auf der BRAWO ist im Kern dreigeteilt. In der BRAWO-Akademie erwarten die Besucherinnen und Besucher Instrumentalworkshops, Wettbewerbe, Wertungsspiele und Gemeinschaftskonzerte. Auf der Ausstellung kann das Publikum stöbern, testen und einkaufen. Zum Test der Instrumente stehen zum Beispiel schalldichte Räume zur Verfügung. 

Zudem begleiten an allen drei Tagen kleine Auftritte und große Konzerte die Besucherinnen und Besucher beim Gang durch die Halle. So spielt zum Beispiel das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg, die SWR Big Band und das Heeresmusikkorps Ulm auf der BRAWO.

Gab es im Vergleich zum für 2020 geplanten Konzept Änderungen?

Natürlich haben wir unser Konzept über die letzten Jahre stetig weiterentwickelt und Trends aus der Welt der Blasmusik aufgegriffen. Unserer Ursprungsidee sind wir dabei aber immer treu geblieben und sind davon überzeugt, dass die Premiere der BRAWO in diesem Jahr ein voller Erfolg wird.

Worauf freuen Sie sich selbst am meisten, wenn am 18. November die Tore der BRAWO geöffnet werden können?

Ich bin schon seit vielen Jahrzehnten in der Blasmusik zuhause. Daher freue ich mich ganz besonders darauf, auf der BRAWO viele Freunde und Bekannte aus der Szene bei uns auf dem Messegelände begrüßen zu dürfen. Der persönliche Kontakt ist ja unser Grundsatz und es ist toll, so viele Akteure an einem Ort versammeln zu können. Zudem werde ich mir natürlich so viele musikalische Höhepunkte wie möglich auf der BRAWO ansehen und anhören.

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