Orchestra, Praxis | Von Maurice Hamers

Dirigenten erklären Musik – Maurice Hamers über Respighis »Vetrate di Chiesa«

Während des Konzerts der »Königlichen Harmonie« aus Thorn Anfang Mai im »Goldenen Saal« in Augsburg anlässlich des Augsburger Dirigententags wurde es mir wieder einmal bestätigt, dass die Werke von Ottorino Res­pighi nicht nur grandiose Kompositionen, sondern auch außerordentlich gut geeignete Werke zum Instrumentieren für sinfonisches Blasorchester sind.Mit einer im Rücken des Orchesters untergehenden Sonne, die sich von Fenster zu Fenster bewegte, in einer Stadt, in der sich Kirchenfenster befinden, die zu den ältesten erhaltenen Glasmalereifenstern der Welt gehören (die »Prophetenfenster« im Augsburger Dom sind etwa 900 Jahre alt), spielte »Die Königliche Harmonie« unter Leitung von Norbert Nozy in beeindruckender Weise die »Vetrate di Chiesa« (dt. Kirchenfenster) von Ottorino Respighi in der Bearbeitung von José Schijns. In einer, bei diesem Werk positiv wirkenden, halligen Akustik und mit der untergehenden Sonne, die das Gold im Saal zum Leben erweckte, wurde dieses Konzert zu einem besonderen Ereignis.

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