Wood | Von Hans-Jürgen Schaal

Donny McCaslin – die Saxofonstimme von David Bowie

Bowie
Foto: Jimmy Fontaine

Donny McCaslins Biografie auf der eigenen Website beginnt mit David Bowie. Dabei war der Saxofonist längst ein Jazz-Veteran, als Bowies Album “Blackstar” Anfang 2016 erschienen ist. 

McCaslin hatte bereits zehn Alben als Bandleader und mehr als 60 als Sideman veröffentlicht – er war in seinem 50. Lebensjahr. Doch die Zusammenarbeit mit David Bowie änderte manches in seiner Karriere. “So etwas hatte ich nie zuvor erlebt”, sagt McCaslin. “David hatte etwa zehn Jahre vor seinem Tod aufgehört, Interviews zu geben. Plötzlich wurde ich eine Art Brücke zu Bowie. Viele Publikationen wollten Informationen, manche fragten sogar nach anzüglichen Details. Ich war nicht vorbereitet, ich wusste nicht, was ich sagen sollte.” Auch in den Augen vieler Fans des verstorbenen Sängers war Bowies Charisma ein Stück weit auf McCaslin übergegangen. Seine Band bekam ein neues Publikum – die Leute suchten in McCaslins Konzerten nach Bowies Vermächtnis. Plötzlich war Donny McCaslin einer der berühmtesten Saxofonisten dieses Planeten.

Kennengelernt hatte er den Kultstar im Jahr 2014. Damals besuchte Bowie einen Auftritt der Bigband von Maria Schneider im Club “Birdland” in New York. Er war von Schneiders Musik so angetan, dass er einen Song mit ihr aufnehmen wollte. Bowie wünschte sich dafür nicht nur die Mitwirkung des kompletten Orchesters (13 Bläser!), sondern auch ein Saxofonsolo. Schneider empfahl den Tenoristen Donny McCaslin – der war bereits 2004 für ein Solo auf einer von Schneiders Orchesterplatten für einen Grammy nominiert gewesen.

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