News | Von Redaktion

Eckart Altenmüller: Warum wir Musik zum Überleben mehr denn je brauchen

Eckart Altenmüller: Warum wir Musik zum Überleben mehr denn je brauchen
<span class="bsf-rt-reading-time"><span class="bsf-rt-display-label" prefix="Lesezeit ca."></span> <span class="bsf-rt-display-time" reading_time="2"></span> <span class="bsf-rt-display-postfix" postfix="Min."></span></span><!-- .bsf-rt-reading-time -->
Eckart Altenmüller (Foto: Hochschule für Musik Theater-und Medien Hannover)

In seinem neuen Buch „Warum wir Musik zum Überleben mehr denn je brauchen“ beleuchtet der renommierte Musiker-Mediziner Eckart Altenmüller die existenzielle Relevanz der Tonkunst für die menschliche Entwicklung und Gesundheit. Mit einem Vorwort von Eckart von Hirschhausen.

Musik ist weit mehr als eine angenehme Begleiterscheinung unseres Alltags. Sie ist tief in der menschlichen DNA verwurzelt und fungiert seit Urzeiten als „sozialer Klebstoff“ unserer Spezies. In einer Ära zunehmender digitaler Überforderung und emotionaler Distanz erscheint bei Schott Music ein Werk, das die heilende und verbindende Kraft der Melodien wissenschaftlich fundiert untermauert.

Fundamentales Plädoyer für das aktive Musizieren

Prof. emeritus Dr. med. Dipl. mus. Eckart Altenmüller, langjähriger Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin in Hannover, vereint in seiner Person die Präzision des Neurologen mit der Sensibilität des konzertierenden Flötisten. In seinem neuesten Werk schlägt er die Brücke vom „Neandertal in die Philharmonie“. Er erklärt, warum das aktive Musizieren gerade heute eine unverzichtbare „Nervennahrung“ darstellt.

Wissenschaftliche Evidenz trifft auf emotionales Manifest

Das Buch fungiert gleichermaßen als Ratgeber wie als Manifest. Altenmüller gibt Antworten auf zentrale Fragen der Wirkungsforschung:

Dabei spannt Altenmüller den Bogen von der Neuroplastizität – der einzigartigen Fähigkeit der Musik, unsere zerebrale Architektur maßgeblich zu formen und Heilungsprozesse bei Schlaganfällen oder Demenz zu forcieren – bis hin zu unseren tiefsten evolutionären Wurzeln. Er beschreibt die Melodie als eine ‚akustische Umarmung‘, die bereits pränatal ihren Anfang nimmt und sich als lebenslange Konstante der Geborgenheit erweist. Über die rein mechanische Wirkung hinaus wird die präventive Kraft der Klänge analysiert. So avanciert etwa das Singen zu einem wirkmächtigen Katalysator für ein robustes Immunsystem und eine gefestigte emotionale Resilienz, was die Musik zu einer unverzichtbaren Ressource für die menschliche Gesundheit macht.

Eckart von Hirschhausen betont in seinem Vorwort die herausragende Stellung des Autors. „Eckart Altenmüller ist ein Unikat, eine Spezies für sich“. Er beschreibt den „Gänsehaut-Effekt“ als Beweis für die tiefe Wirkung von Musik auf das vegetative Nervensystem. Ein Erbe unserer Vorfahren, das heute dringender denn je als Korrektiv in einer gestressten Gesellschaft benötigt wird.

Ein Aufruf zum Handeln

Das Werk schließt mit einem leidenschaftlichen „Musikmanifest“, das für ein Mehr an Musik in Bildung und Alltag wirbt. Es ist eine Einladung, die Instrumente nicht verstauben zu lassen, sondern durch aktives Tun Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft neu zu erfahren.