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Fabian Johannes Egger ist Gewinner des Fanny Mendelssohn Förderpreises 

Fabian Johannes Egger ist Gewinner des Fanny Mendelssohn Förderpreises 
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Fabian Johannes Egger (Foto: Amelie Dahl)

Fabian Johannes Egger lautet der Name des diesjährigen Preisträgers des Fanny Mendelssohn Förderpreises. Der 19-jährige Flötist wurde mit seinem Konzept „Leben ist nicht genug – die Suche nach dem Unerreichbaren“ in der Jurysitzung zum Gewinner gekürt. Es ist die zwölfte Ausgabe des Konzeptpreises für klassische Musik. Seit 2015 zeichnet der Preis junge Klassikmusiker für ihr musikalisches Talent und – für das Jury-Urteil noch entscheidender – für ihre kreativen und visionären Konzepte aus. 

Die hochkarätig besetzte Jury sprach sich einstimmig für Fabian Johannes Egger als Gewinner aus. Seine herausragende musikalische Virtuosität in Verbindung mit seinem Konzept mit dem Titel „Leben ist nicht genug– die Suche nach dem Unerreichbaren“ überzeugte die Jury auf ganzer Linie. Mit Werken wie Albert Roussels Joueurs de flûte, op. 27 für Flöte und Klavier, Charles DeLaneys Hymn of Pan für Soloflöte, André Jolivets Chant de Linos für Flöte und Klavier kostete das Nachwuchstalent nicht nur die Brillanz und Geschmeidigkeit des Flötenspiels französischer Schule zur Gänze aus, er verwies auch inhaltlich konsistent auf die archaische Bedeutung des Flötenspiels in Mythos und Literatur.

Konzeptpreis

Der „Titel Leben ist nicht genug – die Suche nach dem Unerreichbaren“ bezieht sich auf die Erzählung Der Schmetterling von Hans Christian Andersen. Restlos überzeugte er die Jury schließlich mit einer virtuosen Eigenkomposition gleichen Titels, die das gesamte Ausdrucksspektrum des Flötenspiels in all seinen Facetten eindrucksvoll auslotete.

Als Konzeptpreis zeichnet der Fanny Mendelssohn Förderpreis nun bereits im zwölften Jahr Musiktalente im Alter von bis zu 25 Jahren für ihre musikalischen Visionen aus und ermöglicht ihnen die Aufnahme eines Debüt-Albums gänzlich nach den eigenen Vorstellungen. Seine auf dem Gewinnerkonzept basierende Hommage an die Flöte nimmt Fabian Johannes Egger im Frühjahr beim Hamburger Label ES-DUR auf, die Veröffentlichung ist für den Sommer geplant. Unter dem Vorsitz von Martin Hoffmeister (Gewandhausradio) gehören der renommierten Jury des Fanny Mendelssohn Förderpreises außerdem Ursula Haselböck (Intendantin Festspiele Mecklenburg-Vorpommern), Alexander Krichel (Pianist), Sarah Kesting (Artistic Director Schloss Elmau), Alexander Ponet (Management Daniel Hope) und Tamás Pálvalfi( Trompeter und erster Preisträger 2015) an. Eine Bewerbung für den Preis ist nur nach einer vorherigen Nominierung durch einen Musiker-Paten möglich. Bei Fabian Johannes Egger kam diese über die Deutsche Stiftung Musikleben und seine Professorin Andrea Lieberknecht.

Fabian Johannes Egger zu seinem Gewinn: 

„Mit meinem Konzept möchte ich das Streben nach Vollkommenheit und zugleich die Unvermeidlichkeit der Unvollkommenheit thematisieren (…)Der Ursprung der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren wird dabei durch die Flöte als Bindeglied zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen verdeutlicht. So entsteht ein Programm, das eine besondere klangliche Reise eröffnet und Werke vereint, die nicht alltäglich, aber dennoch zugänglich und von zeitloser Ausdruckskraft sind. Ich bin unglaublich glücklich und dankbar, dass die Jury dies anerkannt und sich für mein Konzept entschieden hat.“

Der Juryvorsitzende Martin Hoffmeister zeigte sich beeindruckt: „In exemplarischer wie idealtypischer Weise wurde Fabian Johannes Egger den Anforderungen des Fanny Mendelssohn Förderpreises gerecht: Fern exzentrischer Gesten und entlang eindrücklicher Bühnenpräsenz wartete der 19jährige Flötist mit eminenter handwerklicher Expertise, konsistenten Exegesen und dialektisch verdichtetem Konzept auf und gab sich überdies als avancierter und stilsicherer Komponist zu erkennen.“

12 Jahre Fanny Mendelssohn Förderpreis

14 Preisträger*innen, 11 veröffentlichte Debütalben und mehr als 70 Konzerte mit Partnern wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musik Festival oder der Elbphilharmonie zählen zur Erfolgsbilanz des renommierten Konzeptpreises für klassische Musik. 2014 gründete die Hamburgerin Heide Schwarzweller den Fanny Mendelssohn Förderpreis als Privatinitiative mit dem Ziel, junge Musiker bei der Verwirklichung ihrer musikalischen Visionen zu unterstützen. So stellt der Preis nicht rein die technische Virtuosität der Musiker ins Zentrum der Bewertung, sondern viel mehr deren konzeptionelle Ideen. 

Die Preisträger*innen aus 12 Jahren Fanny Mendelssohn Förderpreis sind Tamás Pálvalfi (2015, Trompete), Vera Karner & Dominik Wagner (2016, Klarinette & Kontrabass), Matthias Well (2017, Geige), Christoph Heesch (2018, Cello), Michael Buchanan (2019, Posaune), Joséphine Olech (2020, Flöte), Sào Soulez Larivière (2021, Bratsche), Dorothea Schupelius & Jelisaveta Vasiljeva (2022, Geige & Klavier), Philipp Schupelius (2023, Cello), Emanuel Sint (2024, Fagott), Sarah Luisa Wurmer (2025, Zither).

Konzerthighlights des Jubiläumsjahres 2026

  • 25. Mai: Pfingstkonzert mit Sarah Luisa Wurmer, Matthias Well und Jelisaveta Vasiljeva / Kulturgut Hasselburg
  • 26.-28. Juni:  Die Fanny Mendelssohn Artists zu Gast auf Schloß Düneck
  • 01. Juli: Preisträgerkonzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in Beidendorf – Preisverleihung Fanny Mendelssohn Förderpreis 2026 an Fabian Johannes Egger
  • 11.-13. September: Festival „Classic en Provence“ in Lou Calen, Frankreich

Weitere Informationen rund um den Fanny Mendelssohn Förderpreis unter www.fannyfoerderpreis.com

Über Fabian Johannes Egger

Fabian Johannes Egger wurde 2007 in Traunstein im Chiemgau geboren und wurde bereits im Alter von 10 Jahren in die Hochbegabungsförderung am Mozarteum in Salzburg aufgenommen. Seit 2023 studiert er an der Musikhochschule München im künstlerischen Studiengang Bachelor Flöte.
Als Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe erhielt er schon oft die Gelegenheit, mit renommierten Orchestern im In-und Ausland aufzutreten. Zum Beispiel mit dem Genfer Kammerorchester, mit dem er ein ihm gewidmetes Concertino des Schweizer Komponisten Blaise Mettraux uraufführte und mit dem Tschechischen Rundfunkorchester als Preisträger des internationalen Concertino Praga im Rudolfinum in Prag.

Zuletzt im Sommer 2024, als er beim »Eurovision Young Musicians« im Norwegischen Bodø als Drittplazierter mit dem Norwegischen Rundfunkorchester im Stormen Konzerthaus und im September in der Tonhalle Düsseldorf mit den Düsseldorfer Symphonikern spielte. Dort erhielt er als jüngster Finalist des renommierten internationalen Aeolus-Wettbewerbs alle drei Hauptpreise: den 1. Preis, den Publikumspreis und den Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes (Eigenkomposition). 2025 erhielt er in Japan den 1. Preis beim Kobe International Flute Competition. Im Herbst 2026 führt ihn eine Konzertreise nach China und Taiwan.

Fabian Johannes Egger ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben, der Mozartgesellschaft Dortmund, der Internationalen Musikakademie Liechtenstein und der Stiftung Yehudi Menuhin „Live Music Now“ in München.

Auch als Orchestermusiker (z.B. im Bundesjugendorchester oder im Contertgebouw Young) und Kammermusiker in den unterschiedlichsten Formationen konnte er bereits viel Erfahrung sammeln.
Als kreativ tätiger Mensch ist es ihm ein Anliegen, die Welt der Musik auch jenen näherzubringen, denen der Zugang oftmals nur schwer möglich ist.