Wood | Von Klaus Härtel

Giora Feidman und die Idee des Klezmer

Klezmer
Foto: Lis Kortmann

Er ist der unangefochtene “King of Klezmer” – auch wenn er sich selbst niemals so nennen würde. Seine Alben haben klangvolle Namen wie “Viva el Klezmer”, “Klassic Klezmer” oder “The Spirit of Klezmer”. “Happy Birthday, Giora Feidman” wäre der Titel der Tour gewesen, die just an seinem 85. Geburtstag am 25. März in Berlin hätte starten sollen. Abgesagt und verschoben – wie so vieles in der Corona-Pandemie.  

“Die Klarinette ist das Mikrofon meiner ­Seele!” Mit dieser Aussage wird Giora Feidman regelmäßig zitiert. Eigentlich aber sei jedes Instrument das Mikrofon der ­Seele, fügt er hinzu. Denn das Instrument sei das Medium, sich selbst auszudrücken. “Mit der Klarinette übersetze ich ja nur die Sprache, die man Musik nennt.” Bedeutender als das “womit” ist für den Musiker das “für wen”. Denn das Publikum ist dem 85-Jährigen das Aller­wichtigste. Mit seinen Zuhörern möchte er seine Leidenschaft für die Musik teilen. Über alle Grenzen, Nationalitäten und Religionen hinweg. “Musik ist ein Gebet ohne Religion”, meint Feidman.

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