News | Von Klaus Härtel

Hersteller focusieren Marke

Dies stand im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung, die kürzlich in Wuppertal unter dem Motto: “Markenwert – Der Wert einer Marke”, verbunden mit der Frage: “Ist der Unternehmensname das größte Kapital?” stattfand. Dazu referierte Markus Sailer, der sich als Mitarbeiter von Musikfachgeschäften sowie im Rahmen seiner Diplomarbeit im Bereich Marketing und heute als Unternehmensberater sehrspeziell dieser Problematik widmet. Anschaulich schilderte er, wie ein Unternehmen agieren soll, um seinen “Marken”-Namen zu einem wertvollen Gut werden zu lassen, Fehler vermieden werden und Marketing und Unternehmenskommunikation dazu beitragen. Er erläuterte, warum der Name selbst und das Logo Bedeutung haben und was rechtlich zu beachten ist sowie die Rolle des Produktportfolios. Mit Beispielen aus der Praxis verdeutlichte Sailer, wie Markenwerte geschaffen aber auch vernichtet werden können.

In konsequenter Fortsetzung des Themas Marke haben sich die Mitglieder des BDMH darauf verständigt, sich dem Thema Markenkommunikation zu widmen, u.a. betreffend Werbemittel, Internet, Messen, Einzelhandel, Kundendienst, Pressearbeit, Service, Personalauftreten, Produkt, um nur einige Stichworte zu nennen.
Übrigens: Im Anschluss an die Jahrestagung fand ein Termin im Wirtschaftsministerium in Berlin statt, bei dem Vorstand und Geschäftsführung die Fragen des Markenschutzes, der Plagiate wie auch der Handelshemmnisse zur Sprache bringen konnten. Die Statistik weist einen sprunghaften Anstieg der Importe aus China, im letzten Jahr (2006) wurde der Wert von knapp 100 Mio. &euro, (dies bedeutet eine Verdoppelung gegenüber 2003) erreicht und eine relativ geringe Ausfuhr in Höhe von 14 Mio. &euro, von Musikinstrumenten ins Reich der Mitte, aus. Diese Diskrepanz bzw. der niedrige Exportwert ist begründet in nichttarifären und tarifären Handelshemmnissen. Ganz wesentlich zu nennen sind hier Beschränkungen im Zahlungsverkehr, denn zahlreiche Anfragen von Kaufinteressenten in China, ob institutionell wie Orchester etc., Hochschulen, Musikern aber auch Privatleuten können häufig nicht bearbeitet werden, da z.B. der Kaufpreis oft nur über Vermittler entrichtet werden kann und sich die Ware dadurch meist derartig extrem verteuert, dass das Geschäft daran scheitert.

Der Nachmittag der der Jahrestagung in Wuppertal war dem Thema: “Jedem Kind ein Instrument” gewidmet. Hier stellte Manfred Grunenberg von der Musikschule Bochum das Projekt der Kulturstiftung des Bundes vor, das zum Ziel hat, allen Kindern Nordrhein-Westfalens, und das sind immerhin 225.000, ein Musikinstrument zur Verfügung zu stellen bzw. Musikerziehung mit Musikinstrumenten zugänglich zu machen. Ganz entscheidend für den Erfolg des Projektes wird die Einbindung von Industrie und Handel sein. Inhaltlich arbeiten Grunenberg und seine Kollegen zurzeit daran, die entsprechenden Pädagogen insoweit berufsbegleitend fort- und weiterzubilden, dass sie in der Lage sind, diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Hinsichtlich des zu erteilenden Unterrichtes gibt es bereits konkretere Vorstellungen, die im Kreise der Musikpädagogen diskutiert werden. Deutlich wurde im Rahmen des Gedankensautausches, dass sowohl Industrie wie Handel dem Projekt außerordentlich positiv gegenüberstehen und entsprechende Unterstützung, soweit als möglich, zukommen lassen wollen.

Mit der Macht der Emotionen, d.h. mit allen Sinnen zum Kaufen und Verkaufen verführen, befasste sich Referent Siegfried Schmahl. An zahlreichen Beispielen erläuterte der Referent konkret das Geschehen im Verkaufsgespräch und die jeweiligen Auswirkungen und Reaktionen auf den Kunden. Er forderte zu einem Umdenken auf, alte Zöpfe abzuschneiden und auch in neue Schaufensterdekorationen, Warenpräsentationen wie Verkaufsraumgestaltung zu investieren. Die Kunden wollen immer individueller angesprochen werden.

Mit dem Thema Unternehmensnachfolge befasste sich Rolf Reisinger und erläuterte, auf was beim Verkaufen, Verschenken oder Vererben zu achten ist aber auch wie der Wert eines Unternehmens ermittelt wird.

Die Tagung endete mit einer kurzweiligen Fahrt im Kaiserwagen der Hochbahn Wuppertals, begleitet durch Erläuterungen der wechselhaften und zum Teil tragischen Stadtgeschichte. Wuppertal wurde im Stadtkern durch Bombardements gegen Ende des 2. Weltkrieges nahezu völlig zerstört.

Bild v.l.n.r.
Philipp Alexander, Gebr. Alexander/Mainz, Andreas Gafke, Schreiber und Keilwerth Musikinstrumente GmbH/Nauheim, Stefan Kömpel, Conrad Mollenhauer GmbH/Fulda, Bernhard Mollenhauer, Conrad Mollenhauer GmbH/Fulda, Ralf Reiter, Wilhelm Heckel GmbH/Wiesbaden, Norbert Nold, Miraphone eG/Waldkraiburg, Alfred Wagner, Richard Keilwerth Musik GmbH/Gelnhausen, Arthur Knopp, Musikhaus Knopp/Saarbrücken, Eberhard Schopferer, JA Musik GmbH/Markneukirchen, Michael Neunecker, Schondelmaier GmbH/Tiefenbronn