Von den Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Im aktuellen Beitrag geht es um alkoholfreies Bier, ein viertes Ventil an der Trompete, das Medikament Ozempic und Streichelzoo-Asyl. Wenn Sie eine Frage haben, die Malte Burba auf dieser Seite beantworten soll, dann mailen Sie an: burba(at)brawoo.de
Ich habe festgestellt, dass ich einen besseren Ansatz habe, wenn ich Bier (allerdings alkoholfrei) trinke. Wenn ich nur Mineralwasser trinke, hält der Ansatz nicht so lange. Ist da was dran oder nur Einbildung?
Jenseits der K-Falle (siehe Clarino 11/2011) gibt es sicherlich genügend mehr oder weniger plausible Erklärungen, warum das bei Ihnen so funktioniert. Auch wenn es blechblasende Zeitgenossen geben sollte, die auch mit nicht alkoholfreiem Bier positive Erfahrungen gemacht haben, ist ja davon auszugehen, dass von alkoholfreiem Bier keinerlei Gesundheitsgefährdung ausgeht, so dass die konkrete Ursache letztlich überhaupt keine Relevanz hat. Wenn es Ihnen also hilft und schmeckt: freuen Sie sich! Prost!
Haben Trompeten mit einem vierten Ventil (Quart- oder Vierteltonventil) generell irgendwelche Nachteile?
Jedes Teil mehr an einem Instrument hat das Potenzial, Probleme zu verursachen. Das betrifft die Masse, Verwirbelungen an heiklen Stellen, schwierigeres Handling und so weiter. Da sich keine sehr allgemeingültige Aussage über Ansprache, Klang, Intonation etc. treffen lässt, gibt es für Sie nur eine Möglichkeit: ausprobieren! Generell kann ich aber aus meiner eigenen Erfahrung festhalten, dass eine Trompete mit drei Ventilen mehr klangliche Gestaltungsmöglichkeiten bietet, auch weil das Instrument insgesamt weniger Widerstand hat, also die Ansprache insgesamt freier ist.
Ich spiele ziemlich schräg nach unten, was im Trompetensatz nicht gut aussieht und auch akustisch nachteilig ist. Mir wurde geraten, mein Mundstück so zu biegen, dass das Schallstück horizontal ist. Was halten Sie davon?
Jeder Instrumentenbauer kann das im gewünschten Winkel relativ einfach für Sie erledigen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit (eine bis vier Wochen) sind keinerlei Nachteile zu erwarten. Bloß: wenn Sie wieder gerade Mundstücke spielen wollten, bräuchten Sie eine neuerliche Eingewöhnungszeit, so dass Sie sich definitiv für eine Option entscheiden müssen.
Mein Arzt hat mir Ozempic verschrieben. Sie hatten aber in Ausgabe 5/2018 geschrieben, dass eine Gewichtsabnahme meinem Trompetenspiel schaden kann. Was soll ich machen?
Natürlich müssen bei jeder Medikamenteneinnahme die gewünschten Wirkungen und die unerwünschten, möglichen Nebenwirkungen sorgfältig abgewogen werden. Wenn Ihnen der Arzt Ozempic aber nicht aus Lifestyle-Gründen, sondern aus medizinischer Notwendigkeit verschrieben hat, müssen Sie die negativen Auswirkungen auf Ihr Trompetespiel wohl oder Übel in Kauf nehmen. Vor allem eine schnelle Gewichtsabnahme, wie sie Ozempic verursacht, kann das gewohnte Gefühl und die Robustheit der Lippen deutlich negativ beeinträchtigen.
Im Zweifel sollte aber Ihre Gesundheit Vorrang haben.
Ich habe die Gelegenheit, bei einem berühmten Professor Unterricht zu bekommen, dem es vor allem gelingt, mich immer positiv zu motivieren. Von vielen Seiten wird mir allerdings genau deshalb abgeraten. Was meinen Sie?
Wenn Ihr Verstand nicht genügend eigene Motivation mobilisieren kann, könnte es für Sie die nächsten 50 Jahre schwierig werden. Denn für die Vorbereitung auf eine professionelle Zukunft wäre meines Erachtens eine Konfrontationstherapie, die Eigeninitiative erzwingt, sicherlich hilfreicher als ein Streichelzoo-Asyl.

