News | Von Klaus Härtel

Instrumentalwettbewerb Markneukirchen: 99 Bewerber

Roland Szentpali komponierte das Auftragswerk für den Wettbewerb 2020.

Für junge Hornistinnen und Hornisten aus aller Welt ging am 10. Januar die Anmeldefrist für den 55. Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen zu Ende. 99 Bewerber im Alter zwischen 17 und 30 Jahren konnten direkt ohne Vorauswahl zum Wettbewerb zugelassen werden. Sie stammen aus 27 Ländern von fünf Kontinenten und sind nun herzlich eingeladen, vom 7. bis 16. Mai 2020 ihr Können in den vier öffentlichen Wettbewerbsrunden zu präsentieren.

Wie bereits beim letzten Hornwettbewerb vor vier Jahren bilden Teilnehmer aus Deutschland mit 20 Bewerbern die größte Gruppe, gefolgt von Spanien und Österreich. Neu im Länderspiegel dieses Faches sind Estland und Lettland. Für das Fach Tuba läuft die Meldefrist noch bis zum 31. Januar.

Wie bereits in den Vorjahren hat der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, auch für 2020 wieder die Schirmherrschaft übernommen. Die Präsidentschaft liegt in den Händen von Prof. Christian Lampert – selbst Preisträger des Markneukirchener Hornwettbewerbes 1988 – der diese Funktion im Jahr 2018 vom langjährigen Präsidenten Prof. Peter Damm übernommen hat und nun erstmalig der hochkarätigen internationalen Jury vorsteht. Mit Prof. Raimund Zell und Prof. Szabolcz Zempléni kehren zwei weitere Preisträger früherer Markneukirchener Hornwettbewerbe als Juroren an den Ort ihres Erfolges zurück.

Kompetente Fachjury

Unter Leitung von Prof. Christian Lampert werden international anerkannte Musikerpersönlichkeiten und Pädagogen in der Fachjury wirken. Dazu gehören im Bereich Horn Prof. Mag. Johannes Hinterholzer (Österreich) als Fachjuryvorsitzender, Alec Frank-Gemmill (Großbritannien), Prof. Thomas Hauschild (Deutschland), Prof. Marie-Luise Neunecker (Deutschland), Prof. Frøydis Ree Wekre (Norwegen), Prof. Raimund Zell (Deutschland) und Prof. Szabolcs Zempléni (Ungarn).

Die Preisträger erwarten neben den Geldpreisen, die in diesem Jahr für die beiden Fächer Horn und Tuba u.a. von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Volksbank Vogtland, der Firma Jürgen Voigt Meisterwerkstatt für Metallblasinstrumente, der Merkur Bank Markneukirchen sowie dem Verein Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen gestiftet werden, auch Konzertengagements z.B. mit der Chursächsischen Philharmonie, sowie ein Publikumspreis, gestiftet von der Sparkasse Vogtland.

Abwechslungsreiche Rahmenveranstaltungen

Neben den vier Wettbewerbsrunden in beiden Fächern, die allen Interessierten offen stehen, können die Besucher abwechslungsreiche Rahmenveranstaltungen erleben. Eröffnet wird der Wettbewerb mit einem Konzert des Sinfonieorchesters Markneukirchen gemeinsam mit dem Grenland Symfoniorkester aus Norwegen am Freitag, den 8. Mai 2020.

Solisten des Abends werden der polnische Kontrabassist Marek Romanowski (Preisträger IIW 2015) sowie die koreanische Pianistin Subin Choi sein. Sie präsentieren sich mit dem Kontrabasskonzert von Johann Baptist Vanhal bzw. Edward Griegs Klavierkonzert. Auf dem Programm des Abends stehen außerdem Griegs Suite Sigurd Jorsalfar sowie Slawische Tänze von Antonín Dvořák und drei Tänze aus Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“. Eintritt: VVK 16,-/13,- Euro, AK 18,-/15,- Euro.

Traditionell präsentiert sich am darauffolgenden Dienstag, den 12. Mai 2020, das Blasorchester Markneukirchen, mit einem abwechslungsreichen Konzert ebenfalls in der Musikhalle Markneukirchen.

Während der Wettbewerbstage wird es wieder mehrfach Gelegenheit geben, Einblicke in den Musikinstrumentenbau der Region zu erhalten. So bietet die Erlebniswelt Musikinstrumentenbau jeweils mittwochs 14.30 Uhr Schauvorführungen in den Erlebniswerkstätten an. Passend zum Jahr der Industriekultur in Sachsen widmet das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen seine diesjährige Sonderausstellung dem Thema „Industriekultur MUSIMA – Ausgewählte Gitarren aus der über 50-jährigen Geschichte“. Eröffnet wird die Sonderschau am 9. Mai 2020 um 15.30 Uhr.

Festliches Preisträgerkonzert

Mit dem festlichen Preisträgerkonzert erreichen die Wettbewerbstage schließlich am 16. Mai 2020 um 19.00 Uhr ihren abschließenden Höhepunkt. Die Bestplatzierten der Fächer Horn und Tuba präsentieren sich erneut mit herausragenden Interpretationen aus dem Wettbewerbsprogramm. Dabei werden u.a. das Tuba-Konzert von Edward Gregson sowie York Bowens Horn-Konzert in Begleitung der Clara-Schumann-Philharmoniker zu hören sein. Beide Werke stehen auch in den Finalrunden am 14. Mai (Tuba) und am 15. Mai (Horn) auf dem Programm. Der Eintritt für das Preisträgerkonzert beträgt 8 €/10 Euro im Vorverkauf. Karten für die Finalrunden sind an der Abendkasse für 3 Euro erhältlich.

Zur allgemeinen Information

Der Markneukirchner Musikwettbewerb wird im jährlichen Wechsel zwischen Streich- und Blasinstrumenten (jeweils zwei Instrumente) ausgetragen und dient der Nachwuchsförderung junger Instrumentalisten. Er steht auf hohem künstlerischen Niveau und wird von der Fachwelt als bedeutsames Ereignis angesehen. Vordere Plätze bedeuten fast immer für die Teilnehmer den Sprung in die Internationalität und werden als Gütesiegel gewertet.

Die große Resonanz beruht nicht zuletzt auf dem einmaligen Flair, geprägt von besonderem Profil und besonderem Reiz, der Wechselbeziehung zwischen Handwerk und künstlerischem Tun. Es werden immer wieder neue Kontakte geschaffen zwischen denen, die ihr Instrument meisterlich beherrschen und spielen können, und den Markneukirchner Musikinstrumentenbauern, die diese Instrumente mit künstlerischer Fertigkeit meisterhaft bauen. Besonders intensive Begegnungen während des Wettbewerbes sind bei den Ausstellungen und natürlich bei Gesprächen direkt in den zahlreichen Werkstätten der Musikinstrumentenbaumeister möglich.

www.instrumental-competition.de