Wood | Von Hans-Jürgen Schaal

Lorenz Hargassner und die Neudeutung eines Sounds

Hargassner
Foto: Matthias Kuhaupt

Er hat den Ruf, der deutsche Paul Desmond zu sein. Mit seiner Band “pure desmond” tritt der Saxofonist Lorenz Hargassner seit mehr als 20 Jahren in die Fußstapfen des Cool-Jazz-Stars von einst. Hin und wieder aber muss er ausbrechen aus seiner Rolle.

Als er sich erstmals fürs Saxofon begeisterte, war er 14 und mochte noch Popmusik. Der Song “Englishman In New York” von Sting hatte es ihm angetan – ein Remix davon kam 1990 auch in die deutschen Charts. Branford Marsalis spielt in diesem Stück einige Füllsel auf dem Sopransaxofon, und es gibt auch eine kurze Swingpassage, in der er soliert, etwa 20 Sekunden lang. Diese Aufnahme bewirkte, dass Lorenz Hargassner das Saxofon und den Jazz kennenlernen wollte. “Aber der Lehrer in unserer lokalen Musikschule meinte, ich müsse mit der Klarinette anfangen. Und auch das ginge erst, wenn die Zahnspange weg wäre. Meine Großeltern haben mir dann eine Klarinette geschenkt, als ich 16 war, obwohl ich eigentlich nie Klarinette spielen wollte.”

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