Brass | Von Hans-Jürgen Schaal

Miles Davis und die Filmmusik

Miles Davis
Fotos: Malik Shabazz - Miles Davis by Palumbo.jpg, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5103571

Manche sagen, er habe aus der Not eine Tugend gemacht. Denn Miles Davis (1926 bis 1991) war – spieltechnisch gesehen – nicht der großartigste Trompeter. Doch sein klarer Sound und sein sparsamer Stil eroberten die Ohren der ganzen Welt.

Seine Lehrer hatten viel an dem Anfänger auszusetzen: “Du bist der schlechteste Trompeter, den ich kenne.” Auch Bigband-Kollegen waren mit dem Youngster unzufrieden: “Er klang furchtbar, er konnte überhaupt nicht spielen.” In der virtuosen Bebop-Combo von Charlie Parker versuchte sich der junge Miles vor temporeichen und technisch anspruchsvollen Herausforderungen möglichst zu drücken. Bei seiner ersten Plattensession mit Parker (1945) ließ er sich zum Beispiel im Uptempo (“Koko”) von dem versierteren Dizzy Gillespie vertreten. Dennoch bestand Parker darauf, dass Miles festes Mitglied in seiner Band wurde. Denn die reduzierte, vorsichtige, lyrisch-melo­dische Art, in der Miles improvisierte, bildete einen effektvollen Kontrast zu Parkers explosiven Saxofonläufen.

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