News, Orchestra | Von Klaus Härtel

Mit „NomadPlay“ virtuell mit dem Orchester proben

Die App „NomadPlay“ wurde zu einer Zeit entwickelt, als Corona noch weit entfernt war. Und doch bietet sie in diesen Zeiten, da Musikunterricht, Proben, Vorbereitungen für Musikwettbewerbe und Konzerte ausfallen, eine hervorragende Möglichkeit, mit Profis begleitet Musik zu machen. Bis zum 31. Mai stellt NomadPlay seine App mit dem Code „TOGETHER20kostenlos zur Verfügung. 

„NomadPlay“ ist eine Anwendung für Desktop-, Android- und iOS-Geräte, die es Musikern und Sängern jeder Couleur erlaubt, virtuell mit anderen (professionellen) Orchestermusikern zusammenzuspielen. Die App wurde bereits mit dem Genfer Prix ArtTech 2018 und dem Grand Prix de l’Innovation von Paris 2017 ausgezeichnet. 

Die interaktive Musikplattform ist das Ergebnis einer fünfjährigen Forschungsarbeit und basiert auf einem Schallquellen-Trennungsalgorithmus, der vom NomadPlay-Ingenieurteam selbst entwickelt wurde. Mit dieser Technologie ist es möglich, jedes Instrument in einer Live- oder Studioaufnahme stummzuschalten. Das Ergebnis: ein immersives Musikerlebnis, das es erlaubt, mit großartigen Künstlern zu spielen.

„‚NomadPlay‘ wurde für Amateur- und Profimusiker entwickelt und bietet eine lebendige Entdeckung des Repertoires und der Interpreten in Verbindung mit einer interaktiven, unterhaltsamen und hochwertigen Musikpraxis“, erklärt Clothilde Chalot, CEO von NomadPlay. 

Fabrice Millischer über Corona, Online-Unterricht und „NomadPlay“

Der Posaunist und Posaunenprofessor Fabrice Millischer fügt hinzu, dass es mit der App eine hervorragende Möglichkeit gebe, sich auf Wettbewerbe und Probespiele vorzubereiten. Vor allem kann man wunderbare Werke kennenlernen. „NomadPlay“ sei eine Möglichkeit, die zwar durch Corona eine besondere Aufmerksamkeit erfahre, doch weit darüber hinausreiche – und auch nach der Krise wertvoll sein wird, findet Millischer.

Prominente künstlerische Partnerschaften

Millischer verweist auch darauf, dass es sich bei den Aufnahmen nicht etwa um MIDI-Dateien handelt, sondern um hochwertige „echte“ Einspielungen. NomadPlay arbeitet mit mehr als 100 Künstlern und Ensembles zusammen, um einen erstklassigen Katalog anzubieten. Mehrere Orchester haben sich dem Abenteuer bereits angeschlossen. Darunter das Nationalorchester der Île-de-France, die Straßburger Philharmoniker, die Königlichen Philharmoniker von Lüttich und das Saarländische Staatsorchester. 

So geht’s

„NomadPlay“ funktioniert denkbar einfach. Man wählt ein Stück aus dem Katalog, sucht sich das Instrument aus, das man spielen möchte und spielt mit seinen Lieblingskünstlern. Der Katalog umfasst derzeit 500 Titel. Für das laufende Jahr werden 1000 zusätzliche Werke erwartet, darunter ab Mai Werke auch aus dem Jazz-Repertoire. Dabei lässt sich jede Stimme, die man selbst gern spielen oder singen würde, stummschalten. Es ist für jedes Niveau möglich, mit einem virtuellen Orchester zu spielen, von der 1. Geige bis zum Triangel. Die Notendarstellung und das Seitenumblättern sind inklusive.

www.nomadplay.fr

Über NomadPlay

NomadPlay ist eine Musikplattform, die von Digital Music Solutions entwickelt wurde unter dem Dach des Inkubators Paris & Co. NomadPlay wurde 2014 von Clothilde Chalot (CEO) und Hannelore Guittet (Content Director) mit dem Ziel gegründet, Repertoire-Barrieren abzubauen und den Zugang zu Musik für ein so großes und vielfältiges Publikum wie möglich zu fördern. 

Das Unternehmen mit neun Mitarbeitern zählt zu seinen Partnern: das Kulturministerium Frankreich, Music Moves Europe (Europäische Kommission), Paris & Co, LINCC, Yamaha, Bösendorfer, das Osterfestival von Aix-en-Provence, das Grand Théâtre de Provence, CIC-Michel Lucas-Preis, RIFFX – Crédit Mutuel, Orange Foundation, Internationaler Kammermusikwettbewerb Lyon (CIMCL), EPFL und Claude Nobs Foundation.