News | Von Cornelia Härtl

Musikzentrum Baden-Württemberg eröffnet

Musikzentrum
Foto: Roland Halbe

Anfang September wurde das Musikzentrum Baden-Württemberg mit einem Festakt offiziell eröffnet. Staatssekretärin Petra Olschowski betonte, dass die Eröffnung insbesondere nach den langen Monaten des kulturellen Stillstands aufgrund der Corona-Pandemie ein starkes Zeichen für die gesamte Kulturbranche sei.

BVBW-Präsident Rudolf Köberle sprach zu Recht von einer Feiertagsstimmung, die an diesem Tag über Plochingen und dem Musikzentrum liege. “Seit der Gründung des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg vor 44 Jahren ist das wahrscheinlich der erste große Höhepunkt in unserer Verbandsgeschichte”, ergänzte er. Das Datum werde sicherlich auch in Zukunft einen hohen Stellenwert in der Geschichte des BVBW haben. 

Köberle betonte, dass das Musikzentrum die richtige Antwort auf die Bedürfnisse im Musikland Nr. 1 sei. Musik mache einen Teil der Stärke und der Identität Baden-Württembergs aus. “Allein im BVBW sind über 1400 Vereine organisiert. Jeder Verein benötigt einen Dirigenten, einen Vorsitzenden, einen Jugendleiter und so weiter…” Diese wiederum bräuchten eine Anlaufstelle, einen Ort der Dienstleistung sowie “eine Art Kaderschmiede für Vereinsverantwortliche” – und vor allem einen Ort der Kommunikation.

Neben dem BVBW sind noch weitere Verbände ins Musikzentrum eingezogen, darunter beispielsweise die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV), der Landesmusikverband Baden-Württemberg (LMV), der Schwäbische Chorverband (SCV) oder die Stiftung Singen mit Kindern. Dabei würden auch Kontakte über den eigenen Kompetenzbereich hinaus ermöglicht, das Musikzentrum sei damit nicht nur ein Haus für die musikalische Aus- und Weiterbildung, sondern auch das neue Kompetenzzentrum für die gesamte Amateurmusik in Baden-Württemberg.

“Qualität in der Breite ist die Voraussetzung für eine gute Spitze.”

Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, betonte ebenfalls den Gedanken hinter dem Musikzentrum, die Amateurmusik als Ganzes zu betrachten: “Die Kulturförderung wird aus diesem Haus wichtige Impulse bekommen.” Das Musikzentrum spiele eine wichtige Rolle dabei, das Ehrenamt in die Zukunft zu führen: “Qualität in der Breite ist die Voraussetzung für eine gute Spitze.” 

Musikzentrum
Petra Olschowski, Foto: Markus Guhl

Durch den coronabedingten kulturellen Stillstand in den letzten Monaten sei die Bedeutung des Musikzentrums zudem noch viel wichtiger geworden. Wie groß der Schaden ist, den die Corona-Pandemie für das Singen und Musizieren zur Folge hat, sei momentan noch nicht absehbar. Olschowski erläutert: “Auf die Vereine kommen noch große Anstrengungen zu. Die Eröffnung ist deshalb ein starkes Zeichen für die ganze Kulturbranche, dass es weitergeht.”

Als “außerordentlich gut angelegtes Geld” und aktive Zukunftsgestaltung bezeichnete sie außerdem die Förderung des Landes zur Finanzierung des Musikzentrums in Höhe von 11,8 Millionen Euro. Großen Respekt drückte Olschowski auch dem BVBW gegenüber aus, der neben der Landesförderung eine finanzielle Eigenleistung von über 10 Millionen Euro aufgebracht hatte. Trotz einiger Erschwernisse, wie Preissteigerungen oder Corona, ist Köberle zufolge hinsichtlich der Kosten fast eine Punktlandung gelungen. Momentan prognostiziere man die Gesamtkosten auf knapp 24 Millionen Euro. Ursprünglich habe man für den Neubau 23,4 Millionen Euro veranschlagt.

In der November-Ausgabe erscheint ein ausführliches Interview zum Thema Musikzentrum.