News | Von Klaus Härtel

Nachruf: Die Branche trauert um Gerhard A. Meinl

Nachruf: Die Branche trauert um Gerhard A. Meinl
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Gerhard A. Meinl (Foto: Buffet Crampon/Ludwig Angerhöfer)

Gerhard A. Meinl, eine der prägendsten Figuren des modernen Instrumentenbaus, ist am 26. Februar im Alter von 68 Jahren in Geretsried verstorben. Mit ihm verliert die Musikwelt einen Visionär, der die Blechbläserszene über Jahrzehnte weltweit mitgestaltet hat.

Als Spross einer Instrumentenbauer-Dynastie in der siebten Generation übernahm der studierte Jurist und Metallinstrumentenbauer 1984 den Familienbetrieb Wenzel Meinl. Unter seiner Führung entwickelte sich die Marke „Melton Meinl Weston“ zum Inbegriff für Spitzen-Tuben. Sein unternehmerisches Geschick zeigte sich besonders nach der Wende: Meinl integrierte die traditionsreiche „B&S Markneukirchen“ und schuf 1994 in Sachsen eines der modernsten Werke für Blechblasinstrumente in Europa.

Gerhard A. Meinls Wirken ging weit über das Unternehmerische hinaus. Als langjähriger Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumentenhersteller und Gründer des Deutschen Tubaforums setzte er sich unermüdlich für die Sichtbarkeit seines Handwerks und der Musiker ein. 2023 wurde sein Lebenswerk mit dem Lifetime Achievement Award der ITEA gewürdigt.

Sein persönliches Credo „Closer to the musicians“ war dabei stets Programm. Meinl pflegte tiefe Freundschaften zu Künstlern weltweit und verstand das Instrument als essenziellen Teil der Musikerpersönlichkeit. Auch nach dem Verkauf der B&S GmbH an Buffet Crampon im Jahr 2012 blieb er der Branche als Anteilseigner und Impulsgeber eng verbunden. Mit Gerhard A. Meinl geht ein Brückenbauer, der Tradition und Innovation mit leidenschaftlichem Weitblick vereinte.