Von den Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Im aktuellen Beitrag geht es um Nass– oder Trockenrasur , Übungen für die Höhe, Legasthenie und Notenlesen und Binnendynamik, Seitenstechen beim Stützen sowie Bindungen mit angespanntem Mundwinkel. Wenn Sie eine Frage haben, die Malte Burba auf dieser Seite beantworten soll, dann mailen Sie an: burba(at)brawoo.de
Gibt es eine Statistik, ob sich Blechbläser eher nass oder trocken rasieren?
Das müsste man dann ja auch noch nach Instrument, Alter, geografischer Herkunft, usw. differenzieren. Eine tolle Beschäftigung für gelangweilte Akademiker.
Bloß: warum wollen Sie das so genau wissen? Machen Sie doch einfach, was Ihnen am besten bekommt, wobei es Ihnen doch völlig egal sein kann, in wessen Gesellschaft Sie sich mit Ihrer Entscheidung befinden! Der Wille, durch Fragen Eigenverantwortlichkeit abzuwehren, scheint unausrottbar zu sein. (Ich habe übrigens tatsächlich recherchiert und nichts Verwertbares gefunden. Da es aber völlig irrelevant ist, sollten wir das Thema vergessen.) Siehe auch Clarino 3/2013.
Gibt es Übungen, um den Anstoß in der Höhe (Posaune) zu verbessern?
Üben Sie den weichen Anstoß (siehe Clarino 4/2014) erst auf dem Mundstück alleine, dann im Wechsel mit dem Instrument, am besten im Verhältnis 2:1 oder 3:1 zugunsten des Mundstücks. Alternativ, auch wenn es wesentlich heikler ist, können Sie auch getriebene Töne in der für Sie problematischen Lage weich anstoßen (nicht mehr als 5 Minuten täglich). Nach einem Vierteljahr sollte es viel besser gehen!
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Legasthenie und Notenlesen?
Es kann einen Zusammenhang geben, aber der ist nicht zwingend, denn beim Umgang mit Buchstaben, Zahlen (Dyskalkulie) und Noten sind weitgehend verschiedene Areale und Mechanismen im Gehirn aktiv, die sich nur teilweise überschneiden. Wenn Sie Schüler mit Legasthenie oder Dyskalkulie haben, sollten Sie beachten, dass Schwierigkeiten beim Notenlesen vielfältige Ursachen haben können, die mit den oben angegebenen Prädispositionen nicht unbedingt etwas zu tun haben müssen, um nicht Schüler ungerechtfertigterweise abzustempeln und Ihre diesbezüglichen pädagogischen Bemühungen vorzeitig einzustellen!
Neulich habe ich den Begriff »Binnendynamik« aufgeschnappt. Was verstehen Sie darunter?
Es gibt eine lineare Dynamik, zum Beispiel eine Melodie mit crescendo, und auch die gute alte Terrassendynamik. Unter Binnendynamik wird in der Regel alles subsummiert, was mit der Gestaltung eines einzigen Tons zu tun hat: ob er wie eine Türklingel gleichförmig nervt, oder ein individuelles Einzelleben hat, was sich nicht nur unbedingt auf die Dynamik, sondern auch auf andere Parameter wie zum Beispiel Vibrato beziehen kann.
Kann es sein, dass man vom Stützen Seitenstechen bekommt? Ist das gefährlich?
Alles, was mit starker Atemaktivität zu tun hat, kann Seitenstechen verursachen; über die genaue Ursache besteht allerdings seitens der Medizin immer noch Unklarheit. Es ist zwar sehr unangenehm, aber eine Gefahr für Leib oder Leben besteht ansonsten nicht. Am einfachsten gehen Sie dem aus dem Weg, indem Sie etwas weniger hektisch agieren und öfter mal eine kleine Pause einlegen.
Ich habe festgestellt, dass Bindungen viel besser funktionieren, wenn ich die Mundwinkel fest anspanne. Wie kann ich jetzt die Mundwinkel am besten trainieren, damit die Bindungen besser werden?
Sie brauchen Ihre Mundwinkel nicht zu trainieren, um Ihre Bindungen zu verbessern, denn bei dem, was Sie beobachtet haben, liegt keine Kausalität vor, sondern eine Konditionierung (siehe K-Falle Clarino 11/2011 und BRAWOO 5/2020).
Da die Reizleitung mitunter recht ungenau ist, dürfte bei mehr Aktivität der Mundwinkel auch die Zunge etwas davon abbekommen, was für die Qualitätsverbesserung der Bindung verantwortlich ist.


