Die »Battle« im Jazz ist Publikums-Attraktion, Konkurrenzkampf und Männlichkeits-Ritual. Aber nicht nur das: Der instrumentale Wettbewerb war auch ein wichtiger Motor der stilistischen Weiterentwicklung.
Im antiken Griechenland gab es viel Konkurrenz zwischen den einzelnen Stadtstaaten. Führten sie einmal nicht Krieg gegeneinander, schickten sie zumindest ihre Athleten zum sportlichen Wettkampf bei den Olympischen Spielen. Den Siegern winkten damals zwar keine Werbeverträge, aber immerhin ein Lorbeerkranz, eine Marmor-Inschrift, eine Dichter-Ode und wohl so manches Goldstück. Seit den Tagen der alten Griechen hat sich dieses Prinzip des Wettstreits überall in der Gesellschaft breitgemacht. Nicht nur in der Champions League und Formel 1, auch bei Warentests, Wahlen, Umfragen, Verkaufserfolgen, Preisangeboten, Einschaltquoten: Immer gibt es Sieger und Besiegte. Die freie Marktwirtschaft ist ein einziger Wettbewerb. Worum gekämpft wird, scheint austauschbar und fast gleichgültig zu sein. Der Wettstreit ist das Ziel.
Das PDF enthält alle sieben Artikel des Schwerpunktthemas „Sport und Musik – Voneinander lernen“:
- Musik und Sport – Verwandte oder getrennte Lebensbereiche? (von Stefan Fritzen)
- Der gleiche Körper – Sportwissenschaftler Klaus Rom im Gespräch (von Klaus Härtel)
- Probe oder Training? (von Martin Hommer)
- „Und dann dachte ich mir, ich könnte doch mal einen Marathon laufen!“ (Interview von Alexandra Tük-Espitalier)
- Musik und Sport in der Gesellschaft (von Cornelia Härtl)
- Dr. Jekyll und Mr. Hyde – Wenn Musiker auf dem Fußballplatz die Sau rauslassen (von Klaus Härtel)
- Das Prinzip „Battle“ – Im Jazz mag man den Wettkampf (von Hans-Jürgen Schaal)

