Die GEMA ist wichtig. Leider wissen das in der Öffentlichkeit oft nur die Mitglieder selbst. Die Gründung der GEMA dreht sich um die wirtschaftlich existenzielle Kernfrage eines Musikautoren: Wie komme ich an das Geld für die von mir geleistete Arbeit? Jüngst hat das Landgericht München geurteilt, dass die GEMA-Sperrtafeln auf YouTube rechtswidrig sind. »Die Entscheidung«, urteilt die GEMA, »ist ein wichtiges und positives Signal an die Musikurheber: Es ist nicht die GEMA, die den Musikgenuss im Internet verhindert. Sie will lediglich YouTube lizenzieren, so wie alle anderen Musikportale.«
Verständlich wird die Wichtigkeit der GEMA mit folgendem Beispiel: Wenn jemand beim Bäcker Semmeln kauft, ist es selbstverständlich, dass er diese sofort bezahlt. Sind die Semmeln zu teuer oder werden aufgrund gestiegener Rohstoffkosten teurer, geht er vielleicht zum nächsten Bäcker – aber er wird immer, egal wo und bei wem, sofort und direkt zahlen müssen. Wenn die gleiche Person beispielsweise einen Song aus dem Internet herunterladen möchte und die hohen Kosten für einen Download mit den überhöhten GEMA-Tarifen gerechtfertigt werden, wird nur allzu gerne und oft lieber auf illegale Downloadmöglichkeiten und Tauschbörsen zurückgegriffen – oder einfach die CD des Freundes kopiert.
Der schlechte Ruf der GEMA resultiert in der Regel aus Unwissen. Selbst Mitglieder des Bundestages irren und agieren populistisch, wenn sie die GEMA angreifen. Klaus Härtel sprach mit dem Komponisten und Aufsichtsratsvorsitzenden der GEMA, Enjott Schneider.
Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas „Arm, ärmer, Komponist“:
- Arm, ärmer, Komponist – Musikalisches Schaffen zwischen Kunst und Krempel (von Stefan Fritzen)
- Ein Traumberuf? Eine kleine Umfrage unter Komponisten (von Klaus Härtel)
- „Geistiges Eigentum wird nicht mehr respektiert“ – Enjott Schneider im Interview (von Klaus Härtel)
- Lieber vorher Fragen – Anwalt Dr. Johannes Ulbricht im Gespräch
- Der Traum vom Plattenvertrag – Müssen Musiker den Labels helfen? (von Hans-Jürgen Schaal)
- Komplexer Beruf – oder: Die wenigsten Komponisten fahren Ferrari (von Wolfgang Vetter)

