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Anders und Benjamin Koppel über “Mulberry Street Symphony”

Anders und Benjamin Koppel über “Mulberry Street Symphony”

Eine Vater-Sohn-Kollaboration der Extraklasse ist ihr gemeinsames aktuelles Album: Es ist die natürliche und logische Erweiterung der sinfonischen Werke von Anders Koppel und den eklektischen Funk- und ­Improvisations-Sets seines Sohnes, des Saxo­fonisten Benjamin Koppel. Mit Vater und Sohn Koppel sprach Olaf Maikopf über ihren Werdegang und das gemeinsame Album “Mulberry Street Symphony”.

In Kopenhagen sah Anders Koppel vor län­gerer Zeit eine Ausstellung über den Fotografen und Sozialreformer Jacob Riis. Dessen Schwarz-Weiß-Bilder aus den 1870er Jahren ­beeindruckten und inspirierten den dänischen Komponisten, Klarinettisten und Organisten zu einem groß angelegten epischen Werk für Jazztrio und Orchester. In einer fast fünfjährigen Arbeit entstand daraus das aus sieben Sätzen bestehende Album “Mulberry Street Symphony” (Unit Records), geschrieben für seinen Sohn, Saxofonist Benjamin Koppel, sowie die zwei Amerikaner Brian Blade (Schlagzeug) und Scott Colley (Bass). Tatsächlich gelang es Anders Koppel hier, sozusagen die Sozial-Fotografie seines Landsmannes in Töne zu wandeln. Dafür fand Koppel eine ideale Form in der Mischung aus Jazz und sinfonischer Musik.

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Lajos Dudas: Magier der Klarinette

Lajos Dudas: Magier der Klarinette

Im vergangenen Jahr wurde Lajos Dudas 80 Jahre alt – ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Seinen Nachlass hat der Meister­klarinettist bereits dem Stadtarchiv der Stadt Neuss vermacht. Dort am linken Rheinufer war er heimisch geworden, als er vor einem halben Jahrhundert von Ungarn nach Deutschland kam. 

Das HiFi- und Musikmagazin “Fidelity” schrieb 2013: “Lajos Dudas spielt mit unseren Herzen. Der Ungar ist ein Hexenmeister der weichen Nuancen, der blühenden Läufe, der modern aufflackernden Phrasen, der endlos aus sich selbst sprudelnden Fantasie. Sein riskantes Spiel zwischen Tradition und Avantgarde swingt bedingunglos – und scheint zugleich die Dynamik und Ausdruckswelt des Jazz ständig um neue Zwischentöne zu bereichern. Dudas’ Meisterschaft besteht in dieser kontrollierten, feingestrickten Virtuosität, die nie auftrumpft. Leise, mutig, mitreißend.”

In Budapest hatte er die Klarinette einst ganz klassisch studiert – am Konservatorium und an der Musikhochschule. “Während meiner Studienzeit, zumindest am Anfang, habe ich mich nur mit klassischer Klarinette beschäftigt”, erzählt Dudas. “Mit 15 oder 16 Jahren bekam ich dann ein Altsaxofon von meinen Eltern. Zwei, drei Wochen später stand ich schon mit meinem ‘Toneking’ auf der Bühne und habe gejazzt. Ich habe mir im Jazz irgendwie alles selbst bei­gebracht, das schien gar nicht so schwer. In den 1950er Jahren wurde überall Jazz gespielt, obwohl Jazzunterricht noch gänzlich unbekannt war. Unser Pianist hämmerte im Probenraum stundenlang Akkorde, bis wir die Changes drauf hatten. Nach meinem Studium habe ich dann fast alle Arten von Musik gespielt, in Kaffeehäusern, Bars und Varietés, in Dixiebands, sogar im Zirkusorchester. Besonders lehrreich waren die Jahre in den US-Clubs. Die Wünsche dort reichten vom ‘Klarinettenmuckl’ bis zu Jimi ­Hendrix. Mal mit Klarinette, mal mit Saxofon.”

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Brass, Orchestra, Wood

Was haben Musik und Fotografie gemeinsam, Daniel Haeker?

Was haben Musik und Fotografie gemeinsam, Daniel Haeker?

Zum Fotografieren ist er so ein bisschen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Mittlerweile ist es seine große Leidenschaft. Daniel Haeker, im Hauptberuf stellvertretender Solo-Pauker des Sinfonieorchesters Wuppertal, hatte sich bislang auch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, was Musik und Fotografie gemeinsam haben. Doch dass es da Verbindungen gibt, wurde im Gespräch mit Klaus Härtel deutlich. 

Beim Brainstorming zum Thema fällt schnell auf, dass zahlreiche Begriffe in “beiden Welten” vorkommen. Man denke an Komposition, Farbe, Motiv, Rauschen … Auch kann man mit Adjektiven beides beschreiben. Sowohl musikalische als auch fotografische Werke können lebhaft, scharf oder unscharf, fröhlich oder traurig und noch vieles mehr sein. 

Wenn man an analoge Bilder aus einer alten Leica denkt, nennt man ihren Charakter oft “nicht glattgebügelt” oder “unruhig”. Das Grobkörnige ist nicht zwingend gewollt, sondern schlicht der Technik geschuldet. Die Leute lieben das. Solche Bilder leben und überfüllen ihren Betrachter mit Nähe, sie sind involvierend. Ganz ähnlich ist es ja bei der Musikwiedergabe, HiFi-Freunde schwören auf das Knarzen der Vinylplatte.

Der Berliner Fotograf (und zeitweise auch Musikmanager) Jim Rakete etwa fotografiert auch ­heute immer noch analog, erzählt Daniel Haeker. “Fotografie muss ein Risiko bleiben”, sei das Credo des berühmten Kollegen. Und natürlich hat das Charme. Mehr “Augenblick” als mit der analogen Kamera geht fast nicht – schließlich weiß man auch erst hinterher, ob alles so funktioniert hat, wie es sich das Auge vorher erdacht hat. Daniel Haeker fotografiert indessen digital. “Natürlich!”, schwingt ein wenig in der Antwort mit. Aber das habe ja nichts mit der künstlerischen Qualität der Bilder zu tun. Das sei letztlich eine Frage des persönlichen Stils. Aber dass moderne Digitalkameras mehr “können”, sei ja unbestritten. 

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Brass, Wood

Der Hardbop. Das Stichwort

Der Hardbop. Das Stichwort

Für den Trompeter Miles Davis hatte der Hardbop “das Feuer und die Improvisationslust des Bebop”, verbunden mit “diesem funky Blues-Ding”. Erste Klassiker des neuen Stils (1954) hießen “The Preacher” und “Walkin’” – beide Stücke wurden zu Jazz-Standards.

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Orchestra, Wood

Üben! Was übst du eigentlich, wenn du übst?

Üben! Was übst du eigentlich, wenn du übst?

Eine seltsame Frage. Im ersten Moment scheint die Antwort lächerlich klar: “Üben? Na, mein Instrument!” oder “Dieses Stück, diese Stelle”, vielleicht auch “Technik”, “Finger”, “Atmung”. Aber wenn wir mit der Frage einen Schritt weitergehen: “Und was passiert denn dabei genau?” Dann wird’s in­te­ressant.

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Wood

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Miriam und Steffen Leuchtmann haben mit “Spielgefühl” ein neues Konzept für den Klarinettenunterricht vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei 50 Körperübungen für einen natürlichen Zugang zur Klarinette. Aber was ist damit gemeint und wozu soll das gut sein? Wir sprachen mit den Leuchtmanns über Dispokinesis und ihre Bedeutung für den Unterricht.

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Wood

Fliphead: Erleichterung und neue Sounds für die Flöte

Fliphead: Erleichterung und neue Sounds für die Flöte

Auf der Website von Fliphead heißt es schlicht und ergreifend: Der Fliphead ist ein spezielles Mundstück für die Querflöte. Er ersetzt den herkömmlichen Silberkopf und funktioniert mit allen gängigen Querflöten-Korpussen. Wieder ein neues Gimmick? Wofür und für wen soll das gut sein? Diese ­Fragen interessierten auch Olaf Schönborn, der diese für BRAWOO in einem Erfahrungsbericht beantwortet.

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Wood

Die Oboistin Cristina Gómez Godoy mit ihrem Debüt

Die Oboistin Cristina Gómez Godoy mit ihrem Debüt

“Für mein erstes Album hätte ich mir keine bessere Konstellation vorstellen können”, verrät die Oboistin Cristina Gómez Godoy. Schließlich steht der Musikerin kein Geringerer als Daniel Barenboim mit dem “West-Eastern Divan Orchestra” zur Seite. Der Dirigent hatte der damals 22-Jährigen den Posten als 1. Solo-Oboistin in seiner Berliner Staatskapelle anvertraut. Wir sprachen mit der Spanierin über Barenboim, Mozart und Strauss – und über die aktuelle weltpolitische Lage.

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Die Sackpfeife. Das Stichwort

Die Sackpfeife. Das Stichwort

Dudelsäcke sind Blasinstrumente. Sie haben Rohrblätter, Grifflöcher, schwingende Luftsäulen. Und dann haben sie noch einen Luftsack. Und er ist es eigentlich, der ins In­stru­ment bläst.

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Brass, Orchestra, Wood

Musik wirkt! Prof Eckart Altenmüller im Gespräch

Musik wirkt! Prof Eckart Altenmüller im Gespräch

Beim Thema “Musik und Medizin” kommt man an Prof. Dr. Eckart Altenmüller aus ­Hannover nicht vorbei. Er ist der Experte auf dem Gebiet der Neurophysiologie und Neuropsychologie in Zusammenhang mit der Musik. Wir sprachen via Zoom über ­Mozart vs. Hardrock, Musik hören vs. Musik machen und auch darüber, wie wichtig Musik “in diesen Zeiten” ist.

Herr Professor Altenmüller, was meinen Sie, ist Musik ein Lebensmittel?

Ich würde sagen, dass Musik ein Lebensmittel ist, ja. Musik trägt zum Wohlbefinden bei und ist in unseren Genen angelegt. Alle Menschen in ­allen Nationen haben zu allen Zeiten Musik gehabt und Musik gemacht. 

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