Brass, Orchestra, Wood | Von Hans-Jürgen Schaal

Über Walt Disneys Musikfilm “Fantasia”

walt disney
Foto: stux - Pixabay

Manches Element in “Fantasia” mag heute kitschig wirken. Doch die Übersetzung anspruchsvoller Musik in geometrische Formen, stimmungsvolle Landschaften, kreatürliche Bewegungen oder lustige und bedrohliche Geschichten war 1940 nicht nur eine technische Meister­leistung. Sie war ein mutiges, visionäres Kunstexperiment.

Seit 1929 produzierte Disney hin und wieder sogenannte “Silly Symphonies” – kurze Zeichentrickfilme, die ausschließlich mit Musik unterlegt wurden. Meist erstellte man für diese Begleitmusik ein detailliertes Arrangement (einschließlich diverser Soundeffekte), das dann direkt zu den laufenden Bildern dirigiert, gespielt und aufgenommen wurde – so erreichte man eine optimale Synchronizität. Das Spielen zum Film hieß bei den Musikern “Mickey Mousing” – die Aktionen der Trickfiguren gaben sozusagen unmittelbar das Timing vor. Disney wusste: “Action, verbunden mit musikalischen Patterns, besitzt im Reich des Irrealen immer einen großen Zauber.” 

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