Es war ein aufregendes und spannendes letztes WMC-Wochenende in Kerkrade. In der Höchststufe der Harmonien wurden an den zwei Wettbewerbstagen hervorragende Leistungen geboten, die das enorme Leistungspotential der Blasorchester aufzeigten. Etwas überraschend schnappte sich das Orchestre d’Harmonie de la Région Centre aus Frankreich den WM-Titel vor der favorisierten Harmonie Sainte Cécile Eijsden aus den Niederlanden.
Wobei, weggeschnappt haben die Franzosen den Niederländern den WM-Titel nicht, sondern mit einem beherzten und sehr musikalischen Auftritt erspielt. Gildas Harnois, Dirigent des Orchestre d’Harmonie de la Région Centre, zeigte sich nach dem Auftritt natürlich sehr zufrieden mit der Leistung seiner Musiker. 2005 waren die Franzosen Vize-Weltmeister geworden, diesmal stehen sie auf dem obersten WMC-Treppchen.

Schon beim Einstieg mit „Burn the Witch“ von Fabien Waksman entfachte das Orchestre d’Harmonie de la Région Centre ein musikalisches Feuerwerk und beim Klarinettenkonzert, das das Ensemble in Memorium für die Komponisten Ida Gotkovsky vortrug, brillierte Solistin Nina Reynaud. Grandios war der Abschluss mit dem wunderschönen Werk „Fraternity“ des französischen Komponisten Thierry Deleruyelle. Die Jury bewertete den Auftritt mit herausragenden 97,1 Prozent.
Eijsden verpasst Triple
Große Enttäuschung herrschte bei der Königlichen Harmonie Sainte Cécile Eijsden, denn die „Roten“ haben das Triple nach 2009 und 2013 verpasst. Für Dirigent Jan Cober bedeutet das erneut Platz zwei, wie vor vier Jahren mit der Harmonie von Thorn.
Enttäuschend war der Auftritt aber keinesfalls. Im Gegenteil: Auch die Harmonie Sainte Cécile Eijsden präsentierte bei ihrem Heimspiel in der Rodahal ein fantastisches Konzert, das die Juroren mit 96,87 Prozent bewerteten. Den Niederländern fehlte nicht einmal ein Viertelprozentpunkt zum Titelgewinn. Dass Jan Cober vom WMC völlig zu Recht für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, dürfte den Mittsiebziger wohl kaum über den verpassten WM-Titel hinwegtrösten.

Piccolo-Spielerin Eva-Maria Wobmann beste Solistin
Bronze ging an das Blasorchester Stadtmusik Luzern mit ausgezeichneten 96,03 Prozent. Unter der Leitung von Hervé Grelat hinterließen die Schweizer einen äußerst musikalischen und dynamischen Eindruck und ihre Piccolo-Spielerin Eva-Maria Wobmann wurde als beste Solistin ausgezeichnet.
Rang vier teilen sich ex aequo mit 95 Prozent das spanische Ensemble Agrupación Musical do Rosal und das norwegische Orchester Opus 82. Dahinter folgen Titelverteidiger Orquestra de Sopros da Academia de Artes de Chaves (PT, 92,77 Prozent), das Sinfonische Blasorchester Ried (AT, 91,8), das Harmonieorkest De Volksgalm (BE, 91,5), das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen (CH, 91,07), der Orchesterverein Hilgen (DE, 90,73), die Banda de Música Municipal de Caldas de Reis (ES, 89,93) und die Koninklijke Oude Harmonie van Eijsden (NL, 89,13).
Harmonieorchester Konzertdivision
| Orchestre d’Harmonie de la Région Centre | 97.10 |
| Koninklijke Harmonie Sainte Cécile Eijsden | 96.87 |
| Blasorchester Stadtmusik Luzern | 96.03 |
| Agrupación Musical do Rosal | 95.00 |
| Opus 82 | 95.00 |
| Orquestra de Sopros da Academia de Artes de Chaves | 92.77 |
| Sinfonisches Blasorchester Ried | 91.80 |
| Harmonieorkest De Volksgalm vzw | 91.50 |
| Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen | 91.07 |
| Orchesterverein Hilgen 1912 e.V. | 90.73 |
| Banda de Música Municipal de Caldas de Reis | 89.93 |
| Koninklijke Oude Harmonie van Eijsden | 89.13 |


