Brass | Von Adi Becker

Improvisation: Mythos für Spezialisten oder Spaßbringer für alle?

Adi Becker
Adi Becker (Foto: Stefan Flach)

Bei kaum einem Thema gehen die Meinungen so weit auseinander: Improvisation. Die meisten Musiker bewundern zwar die Künstler, die es in der Improvisation zur wahren Meisterschaft gebracht haben, entwickeln jedoch selbst geradezu panische Angst vor Situationen, in denen sie, wenn auch nur für wenige Takte, zum Improvisieren aufgefordert werden. 

“Was soll ich denn da bloß spielen?”, “Da fällt mir doch spontan nie was Gescheites ein!”, “Kannst du mir da mal was aufschreiben?”, “Das würde ich so gern können, aber ich weiß doch gar nicht, wie das geht”. Wer hat das noch nicht gehört, oder sogar selbst gesagt?

Dabei hat es doch irgendwie schon jeder, bewusst oder unbewusst, einmal getan. Beim Üben, beim Einspielen vor der Musikprobe, bei der Hausmusik, als kleiner Jux oder gar beim ­gemeinsamen Proben. Für Schlagzeuger oder Tubisten bei der Begleitung von Kollegen ist es meist sowieso nichts Außergewöhnliches. Nicht nur die großen Meister der Improvisation von ­Johann Sebastian Bach über Miles Davis bis Till Brönner sind hier berufen, nein, jeder kann es tun: improvisieren! 

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