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“K.I.nd of Human” mit dem Arcis Saxophon Quartett

“K.I.nd of Human” mit dem Arcis Saxophon Quartett

Das Arcis Saxophon Quartett aus München überschreitet mit Freude die herkömmlichen Grenzen der Kammermusik. Ein Eckpfeiler der Arbeit ist das Thema “Musik & Tanz”. Die Zusammenarbeit mit Choreografen, Tänzern und Komponisten hat mit der aktuellen Produktion “K.I.nd of Human” einen weiteren Höhepunkt erreicht. Im “Utopia” in München konnte man eine beeindruckende Performance für vier Saxofone und vier Tänzerinnen und Tänzer bestaunen.

Die Aufführung beginnt unvermittelt, in einer Art Krankenhausbett wird eine der Tänzerinnen in die Szenerie geschoben. Mit Sopransaxofonen produzieren die Musiker Töne in Wasserbecken. Die Tänzerin wird mit einer Flüssigkeit übergossen, beginnt sich zu bewegen – erst ruckartig, dann flüssiger werdend. Eine Geburt? Danach tanzen die vier Tänzerinnen und Tänzer ganz in Weiß vor dunkler Kulisse. Sie agieren oftmals akrobatisch, ihre Bewegungen, mal ruckartig, mal geschmeidig in Zeitlupe verlangen besondere Körperbeherrschung. Es verhärten sich die Saxofon-Klänge, werden schrill und dissonant, um schließlich in ruhige Melodien zu münden, wenn sich die Emotionen beruhigen. Die Produktion ist ein Spiel der Gegensätze, von Spannung und Entspannung, von Menschsein und Künstlicher Intelligenz. Bemerkenswert in dieser Produktion “K.I.nd of Human” ist die Rolle der Musiker: Sie sind fester Bestandteil der Choreografie, nicht nur musikalisch, sondern auch in Bewegung.

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Theresia Philipp über das Üben mit Long Covid

Theresia Philipp über das Üben mit Long Covid

Theresia Philipp zählt zu den gefragtesten Musikerinnen in der deutschen Jazz-Szene. Darüber hinaus ist sie auch als Komponistin erfolgreich und erhielt 2022 den WDR Jazz Preis in der Kategorie Komposition. Während der Corona-Pandemie erkrankte Theresia an Covid und leidet an den Folgen. Wie seither Long Covid ihren Übe-Alltag bestimmt, erzählte sie im Interview.

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Nachgefragt: Organic Reeds von D’Addario

Nachgefragt: Organic Reeds von D’Addario

Nachhaltigkeit wird heutzutage überall groß geschrieben. Bei D’Addario haben sie mit den “Organic Reeds” nun die ersten zertifizierten Bio-Blätter im Sortiment. “Sie geben den Spielern die Gewissheit, dass sie das Beste für ihre Gesundheit und die Umwelt tun.” Wir haben nachgefragt.

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Donny McCaslin – die Saxofonstimme von David Bowie

Donny McCaslin – die Saxofonstimme von David Bowie

Donny McCaslins Biografie auf der eigenen Website beginnt mit David Bowie. Dabei war der Saxofonist längst ein Jazz-Veteran, als Bowies Album “Blackstar” Anfang 2016 erschienen ist. 

McCaslin hatte bereits zehn Alben als Bandleader und mehr als 60 als Sideman veröffentlicht – er war in seinem 50. Lebensjahr. Doch die Zusammenarbeit mit David Bowie änderte manches in seiner Karriere. “So etwas hatte ich nie zuvor erlebt”, sagt McCaslin. “David hatte etwa zehn Jahre vor seinem Tod aufgehört, Interviews zu geben. Plötzlich wurde ich eine Art Brücke zu Bowie. Viele Publikationen wollten Informationen, manche fragten sogar nach anzüglichen Details. Ich war nicht vorbereitet, ich wusste nicht, was ich sagen sollte.” Auch in den Augen vieler Fans des verstorbenen Sängers war Bowies Charisma ein Stück weit auf McCaslin übergegangen. Seine Band bekam ein neues Publikum – die Leute suchten in McCaslins Konzerten nach Bowies Vermächtnis. Plötzlich war Donny McCaslin einer der berühmtesten Saxofonisten dieses Planeten.

Kennengelernt hatte er den Kultstar im Jahr 2014. Damals besuchte Bowie einen Auftritt der Bigband von Maria Schneider im Club “Birdland” in New York. Er war von Schneiders Musik so angetan, dass er einen Song mit ihr aufnehmen wollte. Bowie wünschte sich dafür nicht nur die Mitwirkung des kompletten Orchesters (13 Bläser!), sondern auch ein Saxofonsolo. Schneider empfahl den Tenoristen Donny McCaslin – der war bereits 2004 für ein Solo auf einer von Schneiders Orchesterplatten für einen Grammy nominiert gewesen.

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Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (4)

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (4)

Die Serie “Die Klangschönheit der Klari­netten” beschreibt “mannigfaltige Aspekte über die vielseitige Verwendung des Klarinettenregister” und ist inspiriert durch das Online-Seminar mit Prof. Alex Schillings auf der Plattform Blasmusik.Digital. Zusammengestellt wurde die Serie von Stefan Kollmann. 

Im Grunde genommen geht es uns allen um das Gleiche: Wir wollen, dass unsere Blasorchester schön klingen. Deshalb sind viele Dirigentinnen und Dirigenten sowie Musikerinnen und Musiker permanent auf der Suche nach dem schönen Klang und damit verbunden nach geeigneter Literatur. Wie bereits im dritten Teil dieser Artikelserie beschrieben ((BRAWOO 7-8/2022, 9/2022 und 10/2022), könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich durch die Globalisierung in der europäischen Blasmusikszene in Bezug auf die Instrumentierung eine gewisse Vereinheitlichung des Klangs etabliert. Das wäre fatal, geht dabei doch auch der für die jeweiligen Länder typische Klang und die Klangvielfalt verloren. Versuchen wir doch vielmehr durch eine kluge Werkauswahl die in der Überschrift erwähnte Hauptklangfarbe der Klarinetten zu unterstützen und die dem Genre “Bläsermusik” ureigen anhaftende Klangvielfalt zu erhalten und auszubauen.

Im vierten und letzten Teil dieser Serie über “Die Klangschönheit der Klarinetten” möchte ich deshalb mit weiteren Literaturbeispielen die Wichtigkeit und Bedeutung einer sinnvollen Instrumentation des Klarinettenregister betonen. Auch dieser Beitrag soll sich mit den Optionen einer optimalen Notation und dem bestmöglichen Einsatz der Klarinetten im sinfonischen Blasorchester beschäftigen, gerade weil den Klarinetten vom “Chalumeau-Register” über das “Clarin-Register” bis zum “Altissimo-” oder “Diskant-Register” ein großartiger Tonumfang und besonders im Satz ein äußerst tragfähiger Klang zur Verfügung steht. Aus dieser Überlegung heraus finden sich nachfolgend weitere zur Anregung dienende Beispiele aus der konzertanten Blasorchesterliteratur, die den wohlüberlegten Einsatz der Klangvielfalt des Klarinettenregisters aufzeigen.

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Sophie Dervaux überzeugt als Fagottistin und Dirigentin

Sophie Dervaux überzeugt als Fagottistin und Dirigentin

Schon damals im Brawoo-Interview war Sophie Dervaux es leid. Sie war es leid, dass ihr Instrument immer nur dieses lustige, clowneske, komische Instrument sein sollte. “Natürlich können wir auch mal der Clown im Orchester sein, wir können lustig sein. Aber wir können noch so viel mehr sein. Das Fagott hat eine faszinierende Klangpalette!” Nun legt die Solofagottistin der Wiener Philharmoniker und des Wiener Staatsopernorchesters einen weiteren “Beweis” vor, wie Recht sie hat. 

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Zum 100. Geburtstag des Saxofonisten Illinois Jacquet

Zum 100. Geburtstag des Saxofonisten Illinois Jacquet

1993 – mit 70 Jahren – jammte er mit dem Amateur-Saxofonisten Bill Clinton bei dessen Amtseinführung im Weißen Haus in Washington. “Mit dieser Musik wird man nie alt”, sagte Illinois Jacquet. “Ich gehe nicht davon aus, dass ich einmal in den Ruhestand gehen werde.” Noch sechs Tage vor seinem Tod (2004) trat Jacquet im Lincoln Center in New York auf.

Das Stück “Flying Home” entstand 1939 im Sextett von Benny Goodman. Diese Swing-Combo gehörte mit ihren schnellen, intervallfreudigen Themen zu den Vorbereitern des modernen Jazz. “Flying Home” war einer der originalen Hits der Band – neben “Shivers”, “AC/DC Current” oder “Good Enough To Keep”. Als Hauptautor von “Flying Home” gilt Goodmans Vibrafonspieler Lionel Hampton. Der gründete 1940 auch seine eigene Bigband, in der Marshal Royal, der den Saxofonsatz führte, die künstlerische Leitung hatte – Hampton war viel zu sehr Showman in eigener Sache, um diese Verantwortung zu übernehmen. Als Hampton im Mai 1942 seinen Hit “Flying Home” für eine Aufnahme mit der Bigband auswählte, bestimmte er als Hauptsolisten in diesem Stück den jungen Illinois Jacquet. Der war erst 19 Jahre alt und spielte das Tenorsaxofon erst seit einigen Monaten – eigentlich war Jacquet am Altsaxofon groß geworden.

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Die Windkapsel. Das Stichwort.

Die Windkapsel. Das Stichwort.

Der Ansatz ist bei Holzbläsern von wesentlicher Bedeutung. Doch es gibt auch Rohrblatt-Instrumente, bei denen die ­Möglichkeiten des Ansatzes praktisch wegfallen. Das Blättchen versteckt sich nämlich in einem Behälter. Der Windkapsel.

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Pierre-Max Dubois, der glückliche Außenseiter

Pierre-Max Dubois, der glückliche Außenseiter

Kaum jemand hat so viele Werke für klassisches Saxofon geschrieben wie Pierre-Max Dubois (1930 bis 1995). Das Spektrum reicht von der Anfänger-Etüde bis hin zum großen Solistenkonzert mit Orchester. Die wichtigsten Einflüsse für seine Musik waren Milhaud, Françaix und Prokofiew. 

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Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (3)

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (3)

Die Serie “Die Klangschönheit der Klari­netten” beschreibt “mannigfaltige Aspekte über die vielseitige Verwendung des Klarinettenregister” und ist inspiriert durch das Online-Seminar mit Prof. Alex Schillings auf der Plattform Blasmusik.Digital. Zusammengestellt wurde die Serie von Stefan Kollmann. 

Im ersten und zweiten Teil des Artikels “Die Klangschönheit der Klarinetten” (BRAWOO 7-8/2022 und 9/2022) lag der Schwerpunkt auf den geschichtlichen Hintergründen und dem klugen Einsatz des Klarinettenregisters anhand vielfältiger bekannter Beispiele der Blasorchesterliteratur. In diesem dritten Teil folgen weitere Beispiele, die den geschickten und optimalen Klarinetteneinsatz erkennen lassen, allerdings auch solche, die sehr deutlich die Problematik einer ungünstigen Instrumentation des Klarinettenregisters aufzeigen. 

Historische Situation

Zuvor aber soll noch einmal durch einen Blick in die Historie die Funktion und Klangschönheit der Klarinetten im heutigen Blasorchester verdeutlicht werden. Es geht dabei um ideale Klang­vorbilder, um Klangideale, die aber zu einem besseren Gesamtverständnis für eine optimale Instrumentation des Klarinettenregisters führen können. Ein sehr beeindruckendes Beispiel findet man in den Aufnahmen der »Belgian Guides«. In dem Werk “Rhapsodie Dahoméenne” ist es dem flämischen Komponisten August de Boeck (1865 bis 1937), durch den Einsatz der Saxhörner in verblüffender Weise gelungen, eine wunderschöne, weiche Klangfarbe (sogenanntes weiches Blech) hinter der Klangfarbe der Klarinetten und der Saxofone zu installieren. 

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