Orchestra, Wood

Anmerkungen zur Benny Goodman Story von 1956

Anmerkungen zur Benny Goodman Story von 1956

Benny Goodman war einer der brillantesten Klarinettisten des Jazz. Mit seiner Bigband entfachte er 1935 die Swing-Begeisterung, die die USA aus der Großen Depression führen sollte. Seine Plattenfirma steigerte ihren Umsatz damals innerhalb eines Jahres um sagenhafte 300 Prozent.

Seine Autobiografie veröffentlichte Benny Goodman 1939. Zwar war er erst 30 Jahre alt, fühlte sich aber erschöpft. Er spürte, dass der Höhepunkt seiner Karriere als “King of Swing” bereits hinter ihm lag. Tatsächlich traten die Bigbands des Swing gerade ihren Abstieg an – und die ökonomischen Bedingungen der Kriegs­zeit sollten ihn noch beschleunigen. Drei Jahre später hatte Goodman die Idee, seine Autobiografie sogar verfilmen zu lassen – er soll eigenhändig ein Drehbuch dafür entwickelt haben.

Der gesamte Artikel ist nur für Abonnenten sichtbar.
Anmelden Jetzt abonnieren!
Wood

Milan Turković über die verbindende Kraft der Musik

Milan Turković über die verbindende Kraft der Musik

Gleich vorweg: “Pausentöne” ist ein unterhaltsames Buch. Milan Turković fragt sich in seinem Vorwort selbst, ob vor dem Hintergrund des aktuellen Ukraine-Krieges solche “zum Teil lockeren und auch Beiläufigerem zugewandten Texte aus der Zeit gefallen” seien. Das kann man klar verneinen, denn stets schlägt er auch nachdenkliche Töne an. Wir haben den Au­toren telefonisch in Wien erreicht und sprachen mit ihm auch über die verbindende Kraft der Musik.

weiterlesen »
Orchestra, Wood

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester

Die Serie “Die Klangschönheit der Klari­netten” beschreibt “mannigfaltige Aspekte über die vielseitige Verwendung des Kla­ri­netten­registers” und ist inspiriert durch das Online-Seminar mit Prof. Alex Schillings auf der Plattform Blasmusik.Digital. Zusammengestellt wurde die Serie von Stefan Kollmann. Dies ist Teil 1.

Für die meisten Dirigentinnen und Dirigenten steht sicherlich fest: Das Klarinettenregister ist die pri­märe Klangfarbe eines modernen (sinfonischen) Blas­orchesters in sogenannter Harmoniebesetzung. Ein gut entwickeltes Klarinettenregister, egal auf welcher Schwierigkeitsstufe, legt den Grundstein für ein farbenreiches Orchester-Klangbild. Viel zu oft sind die Klarinetten im Gesamtklang nicht gut, nicht prominent genug zu hören. Ist das Klarinettenregister deshalb in einer Krise, oder spielen die an­deren Instrumentengruppen nur einfach zu laut? Oder gibt es andere Begründungen? Zu behaupten, dass die Klarinetten in einer Krise stecken, wäre zu einfach. Wir haben nicht unbedingt ein Problem in den einzelnen Klarinettenregistern unserer Orchester, aber bestimmt in der richtigen bzw. optimalen Notation für das Klarinettenregister. Das heißt, die Stimmen für das Klarinettenregister so zu notieren, dass sie bestmöglich klingen können – und das ungeachtet des Ni­veaus, von der Unterstufe bis zur Höchststufe! 

In der Beschreibung des Online-Seminars hieß es unter anderem: “Beim kritischen Betrachten vieler neuer Blasorchester-Partituren erkennt man häufig, dass das Klarinettenregister nicht gut instrumentiert ist. Die 2. und 3. Klarinetten spielen viel zu oft in ihrem schlechtesten Register und können sich deshalb nicht optimal im Klang entwickeln.” Daraus ergibt sich die Frage: Verliert die Hauptklangfarbe der europäischen Blasmusik ihre ­Bedeutung? Dabei ist es nicht entscheidend, welchen Komponierstil man verwendet: Ob lieber im französischen, spanischen oder englischen Stil, das ist reine Geschmackssache. Vielmehr ist es wichtig, das Klarinetten­register in einer Lage zu instrumentieren, in der es sich bestmöglich entfalten kann. 

Der gesamte Artikel ist nur für Abonnenten sichtbar.
Anmelden Jetzt abonnieren!
Wood

Venova – Das “Casual Wind Instrument” von Yamaha

Venova – Das “Casual Wind Instrument” von Yamaha

Als die Firma Yamaha mit dem Venova an die Öffentlichkeit ging – das war 2017 während der Frankfurter Musikmesse –, fragten sich viele Musikerinnen und Musiker: “Was ist das?” Nun haben die Japaner mit dem “Tenor Venova YVS-140” die Familie der “Casual Wind Instruments” für vollständig erklärt. 

weiterlesen »
Wood

Anders und Benjamin Koppel über “Mulberry Street Symphony”

Anders und Benjamin Koppel über “Mulberry Street Symphony”

Eine Vater-Sohn-Kollaboration der Extraklasse ist ihr gemeinsames aktuelles Album: Es ist die natürliche und logische Erweiterung der sinfonischen Werke von Anders Koppel und den eklektischen Funk- und ­Improvisations-Sets seines Sohnes, des Saxo­fonisten Benjamin Koppel. Mit Vater und Sohn Koppel sprach Olaf Maikopf über ihren Werdegang und das gemeinsame Album “Mulberry Street Symphony”.

In Kopenhagen sah Anders Koppel vor län­gerer Zeit eine Ausstellung über den Fotografen und Sozialreformer Jacob Riis. Dessen Schwarz-Weiß-Bilder aus den 1870er Jahren ­beeindruckten und inspirierten den dänischen Komponisten, Klarinettisten und Organisten zu einem groß angelegten epischen Werk für Jazztrio und Orchester. In einer fast fünfjährigen Arbeit entstand daraus das aus sieben Sätzen bestehende Album “Mulberry Street Symphony” (Unit Records), geschrieben für seinen Sohn, Saxofonist Benjamin Koppel, sowie die zwei Amerikaner Brian Blade (Schlagzeug) und Scott Colley (Bass). Tatsächlich gelang es Anders Koppel hier, sozusagen die Sozial-Fotografie seines Landsmannes in Töne zu wandeln. Dafür fand Koppel eine ideale Form in der Mischung aus Jazz und sinfonischer Musik.

weiterlesen »
Wood

Lajos Dudas: Magier der Klarinette

Lajos Dudas: Magier der Klarinette

Im vergangenen Jahr wurde Lajos Dudas 80 Jahre alt – ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Seinen Nachlass hat der Meister­klarinettist bereits dem Stadtarchiv der Stadt Neuss vermacht. Dort am linken Rheinufer war er heimisch geworden, als er vor einem halben Jahrhundert von Ungarn nach Deutschland kam. 

Das HiFi- und Musikmagazin “Fidelity” schrieb 2013: “Lajos Dudas spielt mit unseren Herzen. Der Ungar ist ein Hexenmeister der weichen Nuancen, der blühenden Läufe, der modern aufflackernden Phrasen, der endlos aus sich selbst sprudelnden Fantasie. Sein riskantes Spiel zwischen Tradition und Avantgarde swingt bedingunglos – und scheint zugleich die Dynamik und Ausdruckswelt des Jazz ständig um neue Zwischentöne zu bereichern. Dudas’ Meisterschaft besteht in dieser kontrollierten, feingestrickten Virtuosität, die nie auftrumpft. Leise, mutig, mitreißend.”

In Budapest hatte er die Klarinette einst ganz klassisch studiert – am Konservatorium und an der Musikhochschule. “Während meiner Studienzeit, zumindest am Anfang, habe ich mich nur mit klassischer Klarinette beschäftigt”, erzählt Dudas. “Mit 15 oder 16 Jahren bekam ich dann ein Altsaxofon von meinen Eltern. Zwei, drei Wochen später stand ich schon mit meinem ‘Toneking’ auf der Bühne und habe gejazzt. Ich habe mir im Jazz irgendwie alles selbst bei­gebracht, das schien gar nicht so schwer. In den 1950er Jahren wurde überall Jazz gespielt, obwohl Jazzunterricht noch gänzlich unbekannt war. Unser Pianist hämmerte im Probenraum stundenlang Akkorde, bis wir die Changes drauf hatten. Nach meinem Studium habe ich dann fast alle Arten von Musik gespielt, in Kaffeehäusern, Bars und Varietés, in Dixiebands, sogar im Zirkusorchester. Besonders lehrreich waren die Jahre in den US-Clubs. Die Wünsche dort reichten vom ‘Klarinettenmuckl’ bis zu Jimi ­Hendrix. Mal mit Klarinette, mal mit Saxofon.”

Der gesamte Artikel ist nur für Abonnenten sichtbar.
Anmelden Jetzt abonnieren!
Brass, Orchestra, Wood

Was haben Musik und Fotografie gemeinsam, Daniel Haeker?

Was haben Musik und Fotografie gemeinsam, Daniel Haeker?

Zum Fotografieren ist er so ein bisschen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Mittlerweile ist es seine große Leidenschaft. Daniel Haeker, im Hauptberuf stellvertretender Solo-Pauker des Sinfonieorchesters Wuppertal, hatte sich bislang auch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, was Musik und Fotografie gemeinsam haben. Doch dass es da Verbindungen gibt, wurde im Gespräch mit Klaus Härtel deutlich. 

Beim Brainstorming zum Thema fällt schnell auf, dass zahlreiche Begriffe in “beiden Welten” vorkommen. Man denke an Komposition, Farbe, Motiv, Rauschen … Auch kann man mit Adjektiven beides beschreiben. Sowohl musikalische als auch fotografische Werke können lebhaft, scharf oder unscharf, fröhlich oder traurig und noch vieles mehr sein. 

Wenn man an analoge Bilder aus einer alten Leica denkt, nennt man ihren Charakter oft “nicht glattgebügelt” oder “unruhig”. Das Grobkörnige ist nicht zwingend gewollt, sondern schlicht der Technik geschuldet. Die Leute lieben das. Solche Bilder leben und überfüllen ihren Betrachter mit Nähe, sie sind involvierend. Ganz ähnlich ist es ja bei der Musikwiedergabe, HiFi-Freunde schwören auf das Knarzen der Vinylplatte.

Der Berliner Fotograf (und zeitweise auch Musikmanager) Jim Rakete etwa fotografiert auch ­heute immer noch analog, erzählt Daniel Haeker. “Fotografie muss ein Risiko bleiben”, sei das Credo des berühmten Kollegen. Und natürlich hat das Charme. Mehr “Augenblick” als mit der analogen Kamera geht fast nicht – schließlich weiß man auch erst hinterher, ob alles so funktioniert hat, wie es sich das Auge vorher erdacht hat. Daniel Haeker fotografiert indessen digital. “Natürlich!”, schwingt ein wenig in der Antwort mit. Aber das habe ja nichts mit der künstlerischen Qualität der Bilder zu tun. Das sei letztlich eine Frage des persönlichen Stils. Aber dass moderne Digitalkameras mehr “können”, sei ja unbestritten. 

Der gesamte Artikel ist nur für Abonnenten sichtbar.
Anmelden Jetzt abonnieren!
Brass, Wood

Der Hardbop. Das Stichwort

Der Hardbop. Das Stichwort

Für den Trompeter Miles Davis hatte der Hardbop “das Feuer und die Improvisationslust des Bebop”, verbunden mit “diesem funky Blues-Ding”. Erste Klassiker des neuen Stils (1954) hießen “The Preacher” und “Walkin’” – beide Stücke wurden zu Jazz-Standards.

weiterlesen »
Orchestra, Wood

Üben! Was übst du eigentlich, wenn du übst?

Üben! Was übst du eigentlich, wenn du übst?

Eine seltsame Frage. Im ersten Moment scheint die Antwort lächerlich klar: “Üben? Na, mein Instrument!” oder “Dieses Stück, diese Stelle”, vielleicht auch “Technik”, “Finger”, “Atmung”. Aber wenn wir mit der Frage einen Schritt weitergehen: “Und was passiert denn dabei genau?” Dann wird’s in­te­ressant.

weiterlesen »
Wood

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Miriam und Steffen Leuchtmann haben mit “Spielgefühl” ein neues Konzept für den Klarinettenunterricht vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei 50 Körperübungen für einen natürlichen Zugang zur Klarinette. Aber was ist damit gemeint und wozu soll das gut sein? Wir sprachen mit den Leuchtmanns über Dispokinesis und ihre Bedeutung für den Unterricht.

weiterlesen »