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Hansjörg Angerer und die “neue” Bläserphilharmonie Salzburg

Hansjörg Angerer und die “neue” Bläserphilharmonie Salzburg

Die Bläserphilharmonie Salzburg – Salzburg Wind Philharmonic ist ein neugegründetes Orchester und doch auch ein Klangkörper mit Geschichte und Tradition. 2002 gründete Hansjörg Angerer die Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg. Nach 20 Jahren war allerdings “die Weiterführung der erreichten Professionalität mit der Ausrichtung der Universität Mozarteum nicht weiter vereinbar”, erklärt Chefdirigent Hansjörg Angerer. Und so firmiert seit Sommer 2022 das Orchester nun unter dem neuen Namen “Bläserphilharmonie Salzburg – Salzburg Wind Philharmonic” als gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur.

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Jürgen K. Groh gestorben

Jürgen K. Groh gestorben

Mitten aus einem erfüllten Leben gerissen wurde am 1. November Jürgen K. Groh aus Rodgau. Große Bestürzung über seinen mit 64 Jahren viel zu frühen Tod macht sich nicht nur in seiner Heimatstadt Rodgau und in Hessen, sondern weit darüber hinaus in der nationalen und internationalen Blasmusikszene breit. Wenige Tage zuvor war er noch in einer seiner besten Disziplinen als Moderator beim Konzert des Symphonischen Blasorchesters Untermain engagiert. Diesem Konzert ist auch sein letzter digitaler Gruß im sozialen Netzwerk, das er fleißig nutzte, gewidmet. Montagmorgen, am 31. Oktober schrieb Jürgen K. Groh: “‘Marcel, die Marionette’ war einer der Hauptdarsteller meiner Moderation am Samstag, beim Konzert des hervorragend disponierten Symphonischen Blasorchesters Untermain mit seinem Dirigenten Dirk Mattes und ‘gehörte’ sozusagen zu Charles Gounods Komposition ‘Marche funèbre d’une marionette’.”

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Orchestra

Stressfrei auftreten – effizient üben

Stressfrei auftreten – effizient üben

“Ach ja, das wäre schön!” ist meist die erste Reaktion, wenn ich den Titel meines Programms vorstelle: Effizient üben – stressfrei auftreten. Das klingt so einfach, jede und ­jeder will es haben – und doch fühlen sich die meisten Musikerinnen und Musiker, mit denen ich in Kontakt komme, Lichtjahre davon entfernt. 

Besonders der Gedanke “stressfrei auftreten” entlockt vielen gern ein sehnsüchtiges Lächeln. Vielleicht auch ein Schulterzucken, einen verträumten Blick in die Ferne. In diesen Momenten würde ich zu gern Gedanken lesen können. Denn als Coach interessiert mich brennend, welche Bilder gerade bei meinem Gegenüber im Kopf entstehen, welcher Film mit so einem Gedanken wie “stressfrei auftreten” angeschaltet wird. Und ich würde jetzt wirklich zu gern wissen, welcher Film gerade in deinem ganz privaten Kopfkino läuft bei der Vorstellung, dass ein Auftritt stressfrei abläuft. Und? 

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Der exzentrische Lord Berners

Der exzentrische Lord Berners

Der Komponist William Walton hat ihm ein Werk gewidmet, der Dirigent Constant Lambert adaptierte Musik von ihm fürs Ballett – und kein Geringerer als Igor Strawinsky nannte ihn gar “den besten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts”. (Allerdings war das 20. Jahrhundert da noch nicht sehr alt.) Die Rede ist vom 14. Baron Berners und 5. Baronet of Stanley Hall, einem der großen englischen Exzentriker seiner Zeit. 

Das Schreiben, das Malen und das Komponieren – der Lord nannte sie “meine kleinen Hobbys”. Mehrere Romane und autobiografische Bücher hat er veröffentlicht, auch einen satirisch verfremdeten Schlüsselroman über sich und seine Freunde. In den 1930er Jahren organisierte er Ausstellungen seiner Landschaftsbilder und verkaufte einige von ihnen zu fantastischen Preisen. Als Komponist schrieb er mehrere Ballettmusiken, auch Klavierwerke, Lieder, Filmmusik und eine Oper. Hätte der vermögende Lord von der Musik leben müssen, hätte er wahrscheinlich mehr komponiert. Gelernt hat er das Komponieren in Rom, während des Ersten Weltkriegs. Alfredo Casella (1883 bis 1947) und Igor Strawinsky (1882 bis 1971) sollen ihm dort ein paar Stunden Unterricht gegeben haben.

Später scherzte der Lord gerne, er hätte ein viel besserer Komponist werden können, wenn er nicht zeitlebens zu viele Essens-Einladungen angenommen hätte. In seinem Epitaph-Gedicht auf sich selbst nannte er sich “one of the learners” – das reimt sich ja auch gut auf “Berners”. Doch möglicherweise hätten Fachwissen, Routine und kompositorische Verschulung das “naive”, ursprüngliche, originelle Talent des Lords auch schnell verdorben. Strawinsky nannte ihn mit viel Anerkennung einen “Amateur im besten Sinn”. Für Lord Berners wiederum war Strawinsky “das einzige Genie”, dem er in seinem Leben begegnet sei. Kein Wunder, dass in seiner Musik immer wieder Strawinskys Einfluss durchscheint.

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“Augsburger Tafel-Confect” von Valentin Rathgeber

“Augsburger Tafel-Confect” von Valentin Rathgeber

“Der hat vergeben das ewig’ Leben, der nicht die Musik liebt und sich beständig übt in diesem Spiel.” Das ist zumindest mal eine Ansage, der keine engagierte Musikerin und kein engagierter Musiker prinzipiell widersprechen würden. Sie wurde schon im ausgehenden Mittelalter von Valentin Rathgeber getroffen und musikalisch in ein schlichtes, empfindsames Lied gekleidet. Des Weiteren schrieb er auch Lieder wie “Alleweil ein wenig lustig, alleweil ein wenig durstig”, oder “Narren sollen ewig Leben, kanns was Schöneres geben als so ein rechter Narr”. Aus diesen und weiteren Thematisierungen volkstümlicher Freuden jener Zeit entstand schließlich eine vierbändige Sammlung abwechslungsreicher Lieder, für und aus dem Volk, die erste Akzente in der fortschreitenden Entwicklung unseres Volksgutes setzte. Kurt Rehfeld nahm sich dieses Materials an und schuf daraus eine kleine Suite für Blasorchester. “Altes”, damals neu eingewandet, schafft somit auch heute noch lebendige Erinnerung. 

Der Komponist

Johann Valentin Rathgeber, am 3. April 1682 in Oberelsbach geboren und am 2. Juni 1750 im Kloster Banz verstorben, ist als Benediktinermönch, aber besonders als solcher in seiner Eigenschaft als Komponist, Chorleiter und Organist, in die Geschichte eingegangen. Sein Vater, selbst Organist in seinem Geburtsort, unterwies seinen sechsten Sprössling als erstes in Sachen Musik, bevor Valentin die Lateinschule besuchte und 1701 an der Universität Würzburg Rhetorik, Mathematik und Rechtswissenschaften studierte. Erst später wechselte er zur Theologie. 

Im Jahre 1704 hatte er seine erste Anstellung als Schulmeister und Organist am Juliusspital in Würzburg, im Jahre 1707 übernahm er die Stelle des Musikers und Kammerdieners beim Abt des Klosters Banz. Noch im gleichen Jahr wurde er Novize im dort ansässigen Benediktinerorden, wurde schließlich Diakon und erhielt im Dezember 1711 die Priesterweihe. Seitdem war er aktiver Organist, Chorleiter und Prediger und wurden schließlich Regens im Kloster Banz, in dem er bis an sein Lebensende tätig war. 

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Orchestra

Schlägel von Tilmann Morlang im Test

Schlägel von Tilmann Morlang im Test

Menschen sind Jäger und Sammler. Als Schlagzeuger erst recht. Auf der Suche nach neuen Mallets für Pauken bin ich in den Weiten des Internets auf Tilmann Morlang gestoßen, der sich erst seit 2019 mit dem Schlägelbau beschäftigt und 2021 sein Gewerbe für den Vertrieb von Percussionzu­behör – vornehmlich Mallets – angemeldet hat. Das Angebot überzeugte mich, also nichts wie bestellt und losgetestet…

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Orchestra

Christian Sprenger: Repertoire für Blasorchester

Christian Sprenger: Repertoire für Blasorchester

Die Musik möglichst vielen verschiedenen Formationen zugänglich zu machen, ist das erklärte Ziel von Christian Sprenger und seinem “genesis musikverlag”. “Niemals war die Nacht so klar” heißt der aktuelle Tonträger mit dem dazugehörigen Notenmaterial. Weihnachten kann kommen.

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Orchestra, Wood

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (4)

Das Klarinettenregister als Hauptklangfarbe im Blasorchester (4)

Die Serie “Die Klangschönheit der Klari­netten” beschreibt “mannigfaltige Aspekte über die vielseitige Verwendung des Klarinettenregister” und ist inspiriert durch das Online-Seminar mit Prof. Alex Schillings auf der Plattform Blasmusik.Digital. Zusammengestellt wurde die Serie von Stefan Kollmann. 

Im Grunde genommen geht es uns allen um das Gleiche: Wir wollen, dass unsere Blasorchester schön klingen. Deshalb sind viele Dirigentinnen und Dirigenten sowie Musikerinnen und Musiker permanent auf der Suche nach dem schönen Klang und damit verbunden nach geeigneter Literatur. Wie bereits im dritten Teil dieser Artikelserie beschrieben ((BRAWOO 7-8/2022, 9/2022 und 10/2022), könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich durch die Globalisierung in der europäischen Blasmusikszene in Bezug auf die Instrumentierung eine gewisse Vereinheitlichung des Klangs etabliert. Das wäre fatal, geht dabei doch auch der für die jeweiligen Länder typische Klang und die Klangvielfalt verloren. Versuchen wir doch vielmehr durch eine kluge Werkauswahl die in der Überschrift erwähnte Hauptklangfarbe der Klarinetten zu unterstützen und die dem Genre “Bläsermusik” ureigen anhaftende Klangvielfalt zu erhalten und auszubauen.

Im vierten und letzten Teil dieser Serie über “Die Klangschönheit der Klarinetten” möchte ich deshalb mit weiteren Literaturbeispielen die Wichtigkeit und Bedeutung einer sinnvollen Instrumentation des Klarinettenregister betonen. Auch dieser Beitrag soll sich mit den Optionen einer optimalen Notation und dem bestmöglichen Einsatz der Klarinetten im sinfonischen Blasorchester beschäftigen, gerade weil den Klarinetten vom “Chalumeau-Register” über das “Clarin-Register” bis zum “Altissimo-” oder “Diskant-Register” ein großartiger Tonumfang und besonders im Satz ein äußerst tragfähiger Klang zur Verfügung steht. Aus dieser Überlegung heraus finden sich nachfolgend weitere zur Anregung dienende Beispiele aus der konzertanten Blasorchesterliteratur, die den wohlüberlegten Einsatz der Klangvielfalt des Klarinettenregisters aufzeigen.

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Orchestra

Neue Oper Blasmusikpop uraufgeführt

Neue Oper Blasmusikpop uraufgeführt

Die Bürgerkapelle Gries wollte ihr 200-jähriges Bestehen auf würdevolle und zugleich innovative Weise feiern, also trat ihr langjähriger Kapellmeister und Dirigent Georg Thaler an den damaligen Professor für Blasorchesterdirigieren am Bozner Konservatorium, den Oberösterreicher Thomas Doss, heran und bat ihn um eine Oper für Blasorchester. Heraus kam “Blasmusikpop”  

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