Orchestra

“Winter Holiday” – ein Medley von James Swearingen

“Winter Holiday” – ein Medley von James Swearingen

Gelegentlich braucht der Mensch auch einmal etwas “Leichtes”. Etwas “Gefälliges”, etwas, das geeignet ist, ein freudiges Lächeln ohne lange Umschweife ins Gesicht zu zaubern. Die Weihnachtszeit, mit ihrer breiten Mischung aus religiösen, jahreszeitlichen, romantischen, brauchtumspflegerischen und auch kommerziellen Ansätzen bietet hier ein weites und dankbares Feld. Und wenn die allgemeine Gefühlslage sich mit einer pfiffigen Idee vereint, diese dann auch noch klug und nach allen Regeln der Kunst umgesetzt wird, ja, dann kann das ­Lächeln erst recht zur Entfaltung kommen. Und ja, warum nicht auch in einem Arrangement für Blasorchester. “Winter Holiday” von James Swearingen verspricht nun einerseits “Winterliches” und verweist aber zudem auch auf “Holiday”.

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Orchestra

Der Komponist Rolf Rudin wird 60

Der Komponist Rolf Rudin wird 60

Kurz vor seinem 60. Geburtstag wechselt Rolf Rudin noch einmal die Perspektive. Er bringt Studierenden in der BDB-Akademie in Staufen das Komponieren bei. Und mit welcher Freude er von diesem auf drei Jahre angelegten Studium erzählt, lässt erahnen, dass dort kein abgehobener Komponist über die Weisheiten seines Lebens schwadroniert, sondern ein ehr­licher Arbeiter im Dienste der Kunst die Begeisterung für Musik teilen und mitteilen möchte. Denn die geradezu kindliche Freude an der Musik hat der bald 60-Jährige stets bewahrt. Am 9. Dezember feiert Rolf Rudin seinen Geburtstag.

Kann man Komposition eigentlich wirklich studieren? Muss einem diese Gabe nicht in die Wiege gelegt ein? Diese Fragen suggerieren ein eher romantisch verklärtes Bild eines Komponisten, der unter dem Apfelbaum sitzt und wartet, bis er von der Muse geküsst wird. Sicherlich macht auch Rolf Rudin seine Spaziergänge, um den Kopf für die nächste Inspiration freizubekommen. Vielleicht sitzt er sogar bisweilen unter Apfelbäumen. Doch der Arbeitsplatz ist für ihn der Schreibtisch, das Arbeits­gerät der Bleistift. Und folglich lautet seine Antwort auf die Frage, ob man Komposition wirklich studieren kann: Ja.

“Das ist in der Tat eine komplexe Frage, auf die man zu unterschiedlichen Lebensphasen auch unterschiedliche Antworten geben würde”, holt er aus. “Vielleicht hätte ich vor zehn Jahren anders geantwortet als heute. Vielleicht hätte ich ‘Nein!’ gesagt. Man muss als Komponist geboren sein. Und wem das nicht gegeben ist, der wird eben kein Komponist.” Vielleicht hätte er das vor zehn Jahren gesagt. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Denn schließlich hat Rolf Rudin vor 30 Jahren sein Di­plom im Fach Komposition an der Hochschule für Musik in Würzburg erhalten. Irgendetwas muss er dafür ja studiert, gelernt und geleistet haben. 

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Orchestra, Wood

Artenschutz und Instrumentenbau

Artenschutz und Instrumentenbau

Musikinstrumente bestehen teilweise aus Materialien, die laut dem Artenschutzabkommen CITES unter Artenschutz fallen. Bei Reisen ins EU-Ausland und beim Handel mit solchen Instrumenten braucht man deshalb spezielle Genehmigungen und Dokumente. Für Musikinstrumente gelten seit Dezember 2019 Ausnahmen bei einigen der gelisteten Arten. Spielt Artenschutz im Instrumentenbau etwa keine Rolle?

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Brass, Orchestra, Wood

König & Meyer setzt auf biobasierten Kunststoff

König & Meyer setzt auf biobasierten Kunststoff

Die Firma König & Meyer setzt bei ihren Produkten auf Nachhaltigkeit und seit neues­tem auf biobasierten Kunststoff. Wir sprachen mit Geschäftsführerin Gabriela König über Materialqualität, Recycling und die Zukunft.

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Brass, Orchestra, Wood

Musikerschutzschiene ermöglicht Blasmusik mit Zahnspange

Musikerschutzschiene ermöglicht Blasmusik mit Zahnspange

Ein intensives Instrumentenspiel kann die Gebissentwicklung oder die Zahnstellung nachhaltig beeinflussen. Selbst kleinste Veränderungen im Bereich der Frontzähne können erhebliche Auswirkungen auf den Ansatz haben und so das Musizieren negativ beeinflussen. Ein Schneidezahn, der beim Spielen an das Mundstück drückt oder ein Bracket, das die Lippe reizt, führen unweigerlich zu Ansatzproblemen. In der Musikermedizin beschäftigen sich aus diesen Gründen viele Studien mit den Zusammenhängen von Lippen, Zähnen, Atmung und Ansatz. Spannend hierbei ist die Tatsache, dass es eine Wechselbeziehung zwischen dem Blasinstrumentenspiel und der Zahnmedizin gibt. 

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Orchestra

Der gelungene Vortrag. Üben üben!

Der gelungene Vortrag. Üben üben!

Die turbulente Umgebung eines Auftrittsortes kann einen Vortrag gründlich misslingen lassen! Aber was können Musikerinnen und Musiker dagegen tun? Das ist das Thema des 14. Beitrags von “Üben üben!”. Die Serie befasst sich mit der Gestaltung bzw. Planung des Übens. Zu Beginn des Artikels steht der Grundgedanke, es folgen ­nähere Er­läu­terungen dazu. Selbst beim schnellem Überfliegen wird die Kernaussage erfasst. 

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Orchestra

Konzepte der Mikrotonalität: Kleiner als kleine Sekunden

Konzepte der Mikrotonalität: Kleiner als kleine Sekunden

Nicht nur in neuer Konzertmusik, auch in Jazz und Rock begegnen uns heute Mikro­töne. In anderen Musikkulturen gab es sie ohnehin schon immer. Das klassische Pianisten-Duo Schneider/Bächli sagt: “Vierteltöne hört man heute an jedem Dönerstand.” Über Konzepte der Mikrotonalität.

Angeblich war es der altgriechische Philosoph Pythagoras, der die mathematischen Grundlagen für das westliche Tonsystem fand. Mithilfe eines Monochords, eines einsaitigen Instruments, definierte er die ganzzahligen Verhältnisse der wichtigsten Tonstufen zum Grundton. 1:2 – die Oktave, 2:3 – die Quinte, 3:4 – die Quart, 4:5 – die große Terz, 5:6 – die kleine Terz usw. Wenn man allerdings in andere Tonarten moduliert, ergeben sich für einzelne Stufen der heptatonischen Tonleiter kleine Abweichungen in der Frequenz – die Harmonien beginnen schräg zu klingen. Mathematisch heißt die Differenz zum Beispiel syntonisches Komma (etwa ein Zehntelton) oder pythagoräisches Komma (etwa ein Achtelton). Seit dem Mittel­alter wurden zahlreiche Versuche unternommen, durch besondere “Temperierungen” der Ton­höhen solche Differenzen auszutricksen. Zeitweise wurde nach Terzen gestimmt statt nach Quinten (“mitteltönig”). Sogenannte “wohltemperierte” Stimmungen suchten noch feinere Kompromisse zu schließen.

Die Pro­bleme wurden in den unhörbaren Teil des Quintenzirkels “weggeschoben”

In der Musikpraxis hat man die kleinen “Fehler” im System aber häufig auch überspielt. Die ­Komponierenden beschränkten sich etwa auf die “gebräuchlichen” Tonarten, sodass die Pro­bleme sozusagen in den unhörbaren Teil des Quintenzirkels weggeschoben wurden. Sänger, Streicher und Bläser konnten sich zudem an­passen, indem sie Tonstufen je nach Tonart ein wenig ­anhoben oder senkten. Unüberhörbar war das Problem jedoch bei den Tasteninstrumenten. Vorläufer des Cembalos im 16. Jahr­hundert be­saßen daher teils 14, 19 oder gar 36 Tasten pro Oktave – und bis zu 31 Tonstufen (“Archi­cem­balo”). Das Ohr unterschied klar zwischen den Tönen cis und des oder zwischen fis und ges. Mikrotonalität bzw. mikrotonale Differenzierungen gehörten also schon immer zum westlichen Ton­system. Erst die kühl-mathematische Kompromisslösung der gleichstufigen Temperatur, die sich im 18. Jahrhundert durchsetzte, hat den gleichmäßigen Halbtonschritt zum Maß der ­Dinge gemacht.

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Das Musikzentrum Baden-Württemberg: Ein Leuchtturm

Das Musikzentrum Baden-Württemberg: Ein Leuchtturm

Einen Ort der Aus- und Weiterbildung sowie der Kommunikation stellt das neue Musikzentrum Baden-Württemberg in Plochingen (Landkreis Esslingen) dar. Seit Anfang September sind die Pforten geöffnet. Wir sprachen mit Heiko Schulze, dem Direktor für Musik und Bildung im Blasmusikverband ­Baden-Württemberg, über die ersten Reaktionen, Herausforderungen und das Signal, das von Plochingen ausgeht.

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Orchestra

Der Komponist Marco Pütz und das Thema Naturschutz

Der Komponist Marco Pütz und das Thema Naturschutz

Schon 1987 stand Marco Pütz vor den Toren des Kernkraftwerks Cattenom, um gegen Atomkraft zu demonstrieren. Das hatte damals gute Gründe: Ein Jahr zuvor erst war das Kernkraftwerk Tschernobyl “in die Luft geflogen”. Auf die Straße geht Marco Pütz nicht mehr so oft – er macht vielmehr musikalisch auf Missstände aufmerksam. Der Natur­schutz nimmt dabei eine nicht un­er­hebliche Rolle ein. 

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Orchestra

Töne und Haptik. Warum wir in der Musik Gegenstände brauchen

Töne und Haptik. Warum wir in der Musik Gegenstände brauchen

Mit einem echten Buch lernen wir leichter als mit Online-Medien. Die Pädagogik spricht in diesem Zusammenhang von den “Vorteilen haptischer Zugriffe”. Anfassen und “Be-Greifen” – das ist gerade auch bei der Musik wichtig, deren Töne so spurenlos zerrinnen. Töne und Haptik. Warum wir in der Musik Gegenstände brauchen.

Die Musik sei “abstrakt und mystisch”, schrieb Thomas Mann einmal, sie sei “die der Wirklichkeit fernste und zugleich die passionierteste der Künste”. In der Tat kann uns Musik so tief ergreifen, wie es kein Buch und kein Gemälde vermag, kann uns emotional erschüttern und mitreißen, ohne dabei aber konkret zu werden, unsere Lebenswelt abzubilden oder sie nachzuahmen. Musik spricht scheinbar ohne Umwege zu uns – aber wir wissen nicht recht zu sagen, was und wovon sie eigentlich spricht. Die Romantiker verstanden sie daher als ein “Geisterreich”, etwas Dunkles und Unbeschreibliches. Man hat die Kunst der Musik zwar gelegentlich mit der Architektur verglichen – doch es handelt sich um eine Architektur der Schallwellen, der bloßen Luftbewegungen, die unsichtbar bleiben und spurlos verschwinden. Seit Jahrtausenden machen die Menschen Musik, aber kein klingender Ton aus Antike oder Mittelalter hat die Zeiten überdauert. Musik ist immateriell.

Geistertrommel, Teufelsgeige, Zauberflöte, Engelsharfe

Die Dinge, mit denen diese körperlose Musik erzeugt wird, galten in vielen frühen Kulturen als magische Gegenstände: die Geistertrommel, die Teufelsgeige, die Zauberflöte, die Engelsharfe… Musikinstrumente rufen das Geisterreich der Töne herbei, bewegen und betören uns mit der übersinnlichen Kraft der Klänge. Weil Musik unfassbar bleibt, rätselhaft und unerklärlich, kommt den Dingen und Menschen, die Musik herauf­beschwören können, eine besondere Bedeutung zu. Fast die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch konnte Musik nur erklingen, wenn reale Musikerinnen und Musiker mit ihren Instrumenten gegenwärtig waren. Sie waren die Zauberer, die Instrumente die Zaubergeräte. Die un­sicht­bare Musik verdinglicht sich im Musikinstrument. Gerade weil der Klang wie ein überirdischer Zauber ist, suchen wir das Fassbare, das Begreifbare daran: den Gegenstand als Lern- und Erinnerungshilfe. Wir bestaunen Musik­instrumente, Effektgeräte und Zubehörteile, als wäre die Musik in ihnen eingesperrt.

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