News, Orchestra

Innsbrucker Promenadenkonzerte planen Neustart

Innsbrucker Promenadenkonzerte planen Neustart

Die 26. Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Hofburg Innsbruck starten am 3. Juli mit zwei Eröffnungskonzerten durch das Kammerorchester der Münchner Philharmoniker und enden am 1. August, mit zwei Abschlusskonzerten eines Ensembles des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck. Unter dem Motto “Mut zum Träumen” haben die Macher um den neuen Künstlerischen Leiter Bernhard Schlögl und die Geschäftsführerin Christiane Mayr nicht nur einen klangvollen Beginn der Sommerfestivals auf die Beine gestellt, vorgesehen ist auch ein völliger Neustart der renommierten und beliebten Konzertreihe. Das Jahr 2021 bringt daher einige Neuerungen wie zwei kürzere Konzerte pro Abend, einen einheitlichen Ticketpreis von fünf Euro sowie eine neue künstlerische Ausrichtung. 

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Orchestra

Das analytische Ohr: Zum 200. Geburtstag von Hermann von Helmholtz

Das analytische Ohr: Zum 200. Geburtstag von Hermann von Helmholtz

Während der Pandemie wurde sie gelegentlich erwähnt: die “Helmholtz-Gemeinschaft”. Diese Organisation ist ein Verbund von 18 Forschungszentren im Spannungsfeld zwischen Technik, Naturwissenschaft, Biologie und Gesellschaft. Ihr Namens­patron Hermann von Helmholtz (1821 bis 1894) war der letzte große Universalgelehrte. Auch die Musik fiel in seine Kompetenz.

Unser Hörsinn ist in der Lage, in musikalischen Interpretationen feinste Nuancen zu unterscheiden. Doch das mensch­liche Gehör hat sich nicht anhand von Mozart­-Sonaten und Bach-Variationen entwickelt, sondern in prähistorischer Zeit, als unsere Vorfahren noch Jäger und Sammler waren und eine po­tenzielle Beute für Raubtiere. Das Hören diente als Warnsinn – vor allem in der Nacht. Der Urmensch musste augenblicklich entscheiden, ­woher ein Geräusch kam, wie weit es entfernt war, wohin und wie schnell es sich bewegte, zu welchem Tier das Geräusch passte, wie groß und hungrig das Tier sein mochte, ob es eine Bedrohung darstellte usw.

Unser Gehör ist fähig, kleinste Luftbewegungen (Schallwellen) so zu analysieren, dass das Gehirn daraus praktisch ohne Zeitverzögerung ein “Hörbild” der Umwelt schaffen kann – das konnte für den Urmenschen überlebenswichtig sein. Der Philosoph und Musikkenner Friedrich Nietzsche schreibt: “Das Ohr, das Organ der Furcht, hat sich nur in der Nacht und in der Halbnacht dunkler Wälder und Höhlen so entwickeln können, wie es sich entwickelt hat.”

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Brass, Orchestra, Wood

Was sind Multiphonics? Das Stichwort

Was sind Multiphonics? Das Stichwort

Die Beherrschung von Mehrklängen ist heute fester Bestandteil der “erweiterten” Spieltechnik bei fortgeschrittenen Bläsersolisten. Was sind Multiphonics?

Auf Blasinstrumenten spielt man einen Ton nach dem anderen – so ist es jedenfalls gedacht. Erfahrene Bläserinnen und Bläser wissen allerdings, dass auf ihrem Instrument auch komplexe Mehrklänge möglich sind. Die Grundlage solcher “Multiphonics” ist das Hervorbringen von zwei Tönen gleichzeitig. Dabei bilden sich – real oder als Illusion im Gehirn des Hörenden – weitere sogenannte Differenz- und Summationstöne. Wenn zwei Blockflöten angeblich “unisono” spielen, hört man solche “Schwebungen” ständig. Als einer der Ersten hat der Geiger Giuseppe Tartini die Differenz­töne beschrieben, wie sie bei Doppelgriffen auf der Geige entstehen – sie heißen daher auch Tartini-Töne. Man unterscheidet zum Beispiel quadratische Differenztöne, die sich zwischen zwei Grundfrequenzen bilden, oder kubische Differenztöne zwischen einem Grundton und dem Oberton eines anderen Grundtons. 

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Brass, Orchestra, Wood

Die App “WDR Big Band Play Along” ist ein Mehrwert

Die App “WDR Big Band Play Along” ist ein Mehrwert

Eine Musik-App – Lernhilfe oder Musizierpartner? Die “WDR Big Band Play Along“-App ist beides, bietet sie doch Nutzerinnen und Nutzern zum einen die Möglichkeit, in ausgewählten Musikstücken des Klangkörpers mitzuspielen, und zum anderen vielfältige Möglichkeiten, die beim Erlernen dieser Werke eine wertvolle Hilfe sind. 

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Orchestra

Musikfreizeit während der Corona-Krise?!

Musikfreizeit während der Corona-Krise?!

In der Schweiz ticken die Uhren bekanntlich anders. Auch in der Corona-Krise geht die Eidgenossenschaft einen anderen Weg, setzt auf mehr Eigenverantwortung und ­gesteht insbesondere Kindern und Jugend­lichen viel größere Freiheiten zu, als es ­derzeit in vielen anderen Ländern Europas ­üblich ist. Wie sieht der Alltag auf ­diesem Sonderweg für die musikalische Nachwuchsförderung aus? Unsere Autorin berichtet.

Manchmal möchte man sich staunend die Augen reiben, wenn man hier in der Schweiz die Schülerinnen und Schüler bis zur 6. Klasse ohne Masken in die Schulhäuser spazieren sieht. Lediglich im öffentlichen Nahverkehr sind diese auch für Grundschüler Pflicht. Musikschulen sind seit ­Beginn des Schuljahres 2020/2021 wieder “ganz normal” geöffnet; Ensemblespiel für Schülerinnen und Schüler bis 20 Jahre gehört dazu und seit Anfang März 2021 sind sogar Kinder­chor­proben wieder erlaubt. Natürlich mit Schutzkonzepten, diese können aber regional (heißt hier von Kanton zu Kanton) durchaus unterschiedlich streng sein.

Händewaschen, regel­mäßige Desinfektion und Abstand sind Pflicht, Plexiglaswände und abgesagte Schülerkonzerte an der Tagesordnung. Hin und wieder gibt es eine Online-Lektion, wenn sich ein Schüler in Quarantäne befindet, sich nicht ganz gesund fühlt oder Familien für sich entschieden haben, dass sie mehr als den gesetzlich geforderten Abstand einhalten möchten. Das kulturelle Leben in den Blasmusikvereinen liegt – sofern man sich nicht am digi­talen Ersatz versucht – brach und viele, insbesondere freiberufliche Kulturschaffende sind längst am Ende ihrer Kräfte angekommen, finan­zielle Einbußen drücken und die immer noch andauernde Krise schlägt aufs Gemüt. 

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Orchestra

Blended Learning. Manuel Epli über ein neues Konzept

Blended Learning. Manuel Epli über ein neues Konzept

Gibt es in der Dirigentenausbildung Dinge, die man “online” effektiver hinbekommt als “in Präsenz”? Ganz sicher, findet Manuel Epli, der beim Musikbund von Ober- und Niederbayern einen neuen Weg des “Blended Learning” eingeschlagen hat. Dass und wie das funktioniert, erklärt er im Interview.

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Orchestra

Tablet vs. Papier. Wie steht es um den Notendownload?

Tablet vs. Papier. Wie steht es um den Notendownload?

Schöne neue digitale Welt? Sicher, vieles ist deutlich einfacher geworden, schneller. Während man früher im Musikalienhandel vorstellig werden musste, um in den Notenausgaben zu stöbern, hat der Online-Versandhandel längst einen großen Raum eingenommen. Der nächste Schritt: Notendownload. Das geht tatsächlich noch schneller, ist aber noch nicht überall angekommen. Wir haben uns mal bei Schott und Hal Leonard sowie beim Blasmusik-Shop umgehört. 

Notendownloads? “Kein Problem – geht schneller als mit der Post!”, sagen die einen. “Wenn man nicht gerade Adleraugen hat, braucht man schon einen 14-Zoll-Screen zum Lesen. Und wer hat den schon am Notenpult?”, fragen die anderen. Klar, das hap­tische Erlebnis fehlt am Bildschirm und um den Ausdruck kommt man wohl nicht herum, so­lange nicht an jedem Notenpult ein Tablet liegt. Ein anderer Vorteil, so schreibt uns ein User via Facebook: Via Download bzw. dem folgenden Ausdruck hat man tatsächlich nur das, was man braucht. “Man hat das Notenregal nicht voll mit Material, das man aus umwelttechnischen Er­wägungen eigentlich nicht haben wollte, oder man muss Einzelstimmen nachbestellen.” Mittlerweile gibt es auch Notensätze, die nur noch digital zu bekommen sind. “Wer sich etwa den Notensatz von ‘Hamburg – Das Tor zur Welt’ vom AuRen Musikverlag ­kaufen möchte, hat keine andere Wahl als den Notendownload.”

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Orchestra

Dirigieren und digital – geht das überhaupt, Markus Theinert?

Dirigieren und digital – geht das überhaupt, Markus Theinert?

Online-Meetings gehören derzeit zu unserem Alltag. Coronabedingt. Über Videokonferenzen kann man Gespräche führen, Informationen beschaffen, Probleme erörtern. Und das ein oder andere digitale Treffen dürfte wegen der Zeitersparnis auch nach der Pandemie stattfinden. Doch wie steht es um die Musik? Dirigieren und digital? Geht das? Markus Theinert hat da eine eindeutige Meinung.

Herr Theinert, unser Thema lautet “Dirigent und Digitalisierung”. Derzeit passiert wegen der Pandemie sehr viel digital – Online-­Meetings, digitale Gespräche. Ganz konkret gefragt: Dirigieren und digital – kann das überhaupt funktionieren?

Sie haben es in der Frage schon definiert. Das Online-Miteinander spielt sich als Gespräch ab oder dient dem Informationsaustausch. Nach über einem Jahr haben wir jetzt alle herausgefunden, wie man mit solchen Medien umgeht, wie man Kamera und Mikrofone richtig einstellt. Und natürlich bietet die Technologie eine Möglichkeit, sich auch über größere Entfernungen auszutauschen. Aber das kann natürlich nicht ­darüber hinwegtäuschen, dass es eben bei dieser Ebene der verbalen Kommunikation bleibt. Was anderes ist in den digitalen Medien nicht zu erwarten. Denn natürlich können wir Musik nicht über Bildschirm und Kopfhörer erleben, oder als Dirigenten bzw. Instrumentallehrer virtuell mit dem Klang arbeiten. So kann man zum Beispiel nicht erkennen, wie sich eine Geste auf das ­Bewusstsein der Orchestermitglieder und die Strukturierung des Klangs auswirkt.

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