Orchestra, Praxis | Von Jürgen K. Groh

Kunst oder Handwerk? – Konzepte zur Musikvermittlung und Konzertpädagogik (2)

Kunst oder Handwerk? – Konzepte zur Musikvermittlung und Konzertpädagogik (2)
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»Das«, hört man die Besucher einer Musikveranstaltung manchmal sagen, »fiel der Moderatorin bestimmt sehr leicht. Es klang so, als ob sie es einfach aus dem Ärmel geschüttelt hatte!« Doch es ist nicht selbstverständlich, wenn Sie eine anregende und aufschlussreiche Konzertmoderation erleben. Dafür ist viel intelligentes und zeitintensives Handwerk nötig, geschickt gemischt mit einer wohldosierten Prise aus Kunst und Begeisterung.

Betrachtet man die Entstehung und Durchführung einer Konzertmoderation näher, erkennt man zwei zeitlich unterschiedlich lange Abschnitte. Dieses »Solo mit Worten« kann man nämlich nur gestalten, wenn vor der relativ kurzen, aber wohldurchdachten und geübten Live-Moderation (Actio) eine wesentlich längere Vorbereitungsphase der ersten Orientierung (Intellectio), der Auswahl der Inhalte und Stofffindung (Inventio), des Aufbaus und der Gliederung (Dispositio), der Wortwahl und dem sprachlichen Ausdruck (Elocutio) sowie dem Einprägen der Informationen (Memoria) stattgefunden hat.

Zugegeben, diese idealtypische Einteilung des Moderationsprozesses ist nur ein schlichtes lineares Modell. Im praktischen Tun lassen sich die einzelnen Stadien nicht so strikt voneinander trennen, sie überlappen sich oder sind teilweise ineinander enthalten. Dies gilt es bei den weiteren Ausführungen zu berücksichtigen, denn solche Systematiken sind nur Anhaltspunkte für mögliche Wege. Der tatsächliche Weg ergibt sich aber erst beim Gehen.

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