Brass, Wood | Von Klaus Härtel

Zu Besuch in der Instrumentenbau-Schule Mittenwald

Instrumentenbau

Im bayerischen Mittenwald gibt es eine Schule für Instrumentenbau. Die inter­natio­nal renommierte Berufsfachschule für Musik­instrumentenbau ist die einzige staatliche Bildungseinrichtung auf diesem Gebiet in ganz Europa. Wir sind mal hingefahren.

Fast 2400 Meter ragt die schneebedeckte Westliche Karwendelspitze empor. Man steht fast daneben, wenn man aus dem Schulgebäude tritt. Da oben irgendwo führt der Karwendelsteig zum Gipfel. Der ist anspruchsvoll und zum Teil mit Drahtseilen gesichert. Imposante Felswände und ein Ausblick auf fantastische Alpenkulissen entschädigen für die Mühen des Aufstiegs. Der Berg ist eine gelungene ­Metapher für die dreijährige Ausbildung an der Staatlichen Musikinstrumentenbauschule Mittenwald. Der Stundenplan hat es in sich, die ­Anforderungen sind hoch, die Erfolgsaussichten rosig.

Die Westliche Karwendelspitze ist sicherlich ein Argument, mit dem man aufseiten der Schulleitung um Bewerber wirbt – vor allem, wenn man vom “idyllischen Ausbildungsort Mittenwald” spricht. Und doch hat man für die Bergkette an der Grenze zwischen Bayern und Tirol kaum einen Blick übrig. Denn in der Schöttlkarstraße (benannt nach noch so einem Berg) wird fleißig und konzentriert gehämmert, poliert, geschraubt, gedreht. Und das seit 1858. Damals gründete die Regierung von Bayern unter König Maximilian II. die Geigenbauschule Mittenwald als “Unterrichts- und Musterwerkstatt”, um den Qualitätsstandard der Mittenwalder Streich­instrumente dauerhaft zu sichern. Heute wird hier nicht mehr nur gelehrt, wie man Geigen baut. Auch das Handwerk des Bogen- und des Zupfinstrumentenbaus sind integriert. 

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