Orchestra

ERNA – digitale Revolution im Instrumentalunterricht

ERNA – digitale Revolution im Instrumentalunterricht

Im Südwesten Deutschlands wird seit 2019 an einer digitalen Musiklernplattform getüftelt. Die Anfangsidee und der momentane Schwerpunkt liegen auf der Korrepetition. Ziel ist eine App, die nah an den Bedürfnissen der Musikschülerinnen und -schüler sowie künstlerisch auf höchstem Niveau ist und die Lehrkräfte in ihrer Arbeit unterstützt: ERNA. 

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Wood

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Spielgefühl – die ganzheitliche Klarinettenschule

Miriam und Steffen Leuchtmann haben mit “Spielgefühl” ein neues Konzept für den Klarinettenunterricht vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei 50 Körperübungen für einen natürlichen Zugang zur Klarinette. Aber was ist damit gemeint und wozu soll das gut sein? Wir sprachen mit den Leuchtmanns über Dispokinesis und ihre Bedeutung für den Unterricht.

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Brass

Musiker sind keine Ärzte! Tipps von Malte Burba

Musiker sind keine Ärzte! Tipps von Malte Burba

Aus der Fülle der Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Im aktuellen Beitrag geht es um medizinische Tipps von Musikern, um Probleme mit den Stimmbändern sowie die Begriffe Didaktik und Methodik. Wenn Sie eine Frage haben, die Malte Burba auf dieser Seite beantworten soll, dann mailen Sie an: burba(at)brawoo.de

Ein fast gleichaltriger Kollege von Ihnen gibt auf seiner Website umfassende Tipps zur Prävention und Behandlung von Covid-19. Was halten Sie davon?

Musizierende Ärztinnen und Ärzte gibt es ja schon immer und selbst wenn sie schlecht oder fehlerhaft spielen würden, könnten sie kein großes Unheil anrichten. Wenn aber von Musikerinnen oder Musikern Herztransplantationen oder Seuchenbehandlungen zum Hobby auserkoren werden, kann man nur den Kopf schütteln. Das Problem dabei ist nicht nur reine Dumm- oder Ahnungslosigkeit, sondern noch viel gefährlicher ist Halbwissen gepaart mit messia­ni­schem Sendungsbewusstsein. Also die berühmte Allianz von Ignoranz und Militanz! Unser eigenes Tun ist schon derartig komplex und kompliziert, dass man nicht auch noch in fremden Revieren wildern muss, um an seiner Hilf- und Ahnungslosigkeit verzweifeln zu können. Inhaltlich will und kann ich auf dieses üp­pige Tuttifrutti nicht eingehen. Wenn man aber schon auf den ersten Blick Arterien und Venen verwechselt, kann der Rest auch nicht viel mehr als Mumpitz sein. Nicht umsonst heißt es: “Schuster, bleib bei deinem Leisten!”

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Orchestra

Gedanken zur Musikpädagogik: Musik ist notwendig

Gedanken zur Musikpädagogik: Musik ist notwendig

Schon der Begriff “Musikpädagogik” gibt zu denken. Meinen wir die Erziehung zur Musik? Oder die Erziehung mithilfe von Musik? Die erzieherische Vermittelbarkeit von Musik? Oder den erzieherischen Wert von Musik an sich? – In der Vieldeutigkeit des Begriffs versteckt sich ein tieferer Sinn. Das Musikalische ist nämlich vom Menschen und seiner Erziehung einfach nicht zu trennen. Musikalische Erfahrung triggert unser emotionales Erleben, unsere intellektuellen Fähigkeiten, unsere sozialen Handlungen.

Musik erregt praktisch alle Areale unseres Gehirns – sie ist in der Natur des Menschen verankert. Eine Erziehung, die Musik außer Acht ließe, hätte ein beschädigtes Bild vom Menschen. Das Gestalten und Erleben von Musik und das Reflektieren über sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Handelns. Die Musikerfahrung gehört zu unserer Wissens­aneignung, unserer Biografie, unserer Identität. Es gibt nicht nur Schreiben, Reden, Lesen, Rechnen – es gibt auch eine kreative menschliche Akti­vität, die sich auf Musik bezieht. Der Musikpädagoge David J. Elliott nennt diese Aktivität “Musicing”.

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Musikpädagogik – was ist das? Gedanken einer Lehrerin

Musikpädagogik – was ist das? Gedanken einer Lehrerin

Was machen Sie beruflich? – Ich bin Musikpädagogin. Musikpädagogik? Im Gesicht meines Gegenübers ist ein großes Fragezeichen zu sehen. Manche Gesprächspartner fragen an dieser ­Stelle weiter. Bereitwillig gebe ich Auskunft über meinen Job: Ja, ich bin Musiklehrerin und unterrichte Trompete. Einige meiner Schülerinnen und Schüler sagen auch, dass ich ihr Musik-Coach bin. Die meisten empfinden mich eher als eine Art Lernbegleitung und mein jüngster Schüler behauptete neulich, ich wäre seine Musik-Influencerin. 

Was bedeutet überhaupt Musikpädagogik? Laut Duden ist die Musikpädagogik die Wissenschaft im Fach Musik. Aber die Wissenschaft ist natürlich nur ein Teil des Berufs. Denn wichtig ist immer, ob Menschen in meinem Job in der Lage sind, die Theorie in die Praxis zu übertragen. Wer jemals 30 Minuten mit einer Schülerin oder einem Schüler in der Absicht verbracht hat, ihr oder ihm etwas beizubringen, wird schnell feststellen: Theoretisches Wissen ist gut, aber die praktische Anwendung dessen ist entscheidend. Daher gibt es im Studium der Musikpädagogik (mancherorts auch “Music Education” genannt), welches bis vor einiger Zeit an manchen Hochschulen auch unter dem Begriff “Musikerziehung” lief, viele Praxisfächer.

Die Abschaffung des Begriffs “Musikerziehung” feiere ich bis heute im Stillen, denn wer möchte allen Erns­tes schon sein Leben damit verbringen, Menschen irgendwohin zu ziehen, zu erziehen? Wer sich auch nur ein klein wenig mit Motivation auseinandergesetzt hat, wird wissen, dass Menschen viel leichter laufen, wenn sie es von sich aus möchten. Jemanden motivieren zu wollen (oder gar zu müssen) oder jemanden zu “erziehen” halte ich für eine fragwürdige Angelegenheit. 

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