Brass, Orchestra, Wood

Mentales Training: Der Umgang mit Zukunftssorgen

Mentales Training: Der Umgang mit Zukunftssorgen

Mentales Training ist heute auch für Musikerinnen und Musiker ein großes Thema. Die Mentalcoaches Doris Angerer und Peter Laib zeigen praktische Techniken auf, mit denen schwierige Situationen im musikalischen Alltag bewältigt werden können. In diesem Beitrag geht es um den Umgang mit Zukunftssorgen.

Manfred (46) an Doris und Peter: 

“Seit der Corona-Krise mache ich mir viel zu viel Sorgen über meine Zukunft. Keine Ahnung, ob es wieder so wird, wie es vor März 2020 einmal war. Sehr oft hänge ich in negativen Gedanken fest und überlege, dass ich mir langfristig vielleicht doch besser eine alternative Tätigkeit suchen sollte. Die Lust aufs Üben mit zu vielen von diesen Überlegungen oder Gedanken hat auf jeden Fall sehr nachgelassen und das wiederum macht sich bereits in meiner musikalischen Leistungsfähigkeit bemerkbar. Habt ihr mir einen Tipp, wie ich aus solchen Gedanken wieder rauskommen kann?”

Lieber Manfred,

mit deinen Sorgen bist du nicht alleine. Doris untersuchte in ihrer Masterarbeit (2021) die co­ronabedingten Sorgen und Ängste von BerufsmusikerInnen. Für viele war es ein einschneidendes Lebensereignis, das mit existenziellen Krisen oder Struktur- und Motivationsverlust einherging. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte jedoch klar, dass ein Ausstieg aus dem Gedankenkarussell möglich ist. Die StudienteilnehmerInnen fühlten sich nach dem Erlernen der unten beschriebenen Mentaltechnik körperlich und psychisch fitter, waren weniger angespannt und hatten das Gefühl, über mehr Selbstbestimmung und -kontrolle zu verfügen.

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Brass

Die Wagnertuba. Das Stichwort

Die Wagnertuba. Das Stichwort

Die Vision einer “Horntuba” hatte Richard Wagner vermutlich 1853 in der Schweiz. Es sollte aber über 20 Jahre dauern, ehe die Instrumentenbauer erste Lösungen anboten: Die Wagnertuba.

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Orchestra

Beschallungs­technik: Think out of the Box am Beispiel Mnozil Brass

Beschallungs­technik: Think out of the Box am Beispiel Mnozil Brass

“Die Tonmischung und die Lautstärke in der Halle erinnerten bisweilen (…) an die Verhältnisse in einem Festzelt.” So schreibt der Kritiker in der Allgäuer Zeitung über eine Veranstaltung, bei der ich am Pult stand, und fährt fort: “So blieben leider musikalische Nuancen und vor allem einige Beiträge der Streicher akustisch auf der Strecke”. Na ja, vermutlich hat er nicht den ersten Artikel dieser Serie gelesen, sonst wüsste er, dass ich vermutlich den richtigen Kompromiss gefunden habe. Hier und in der nächsten Folge geht es um zwei konkrete Beispiele von Beschallungstechnik: Zwei Veranstaltungen, beide mit geblasener Musik, beide in der Big Box in Kempten, aber zwei komplett unterschiedliche Beschallungskonzepte.

Mnozil Brass

Das Konzert der österreichischen Spitzenmusiker musste aufgrund von Corona leider mehrfach verschoben werden. Ursprünglich geplant war es in der Aufbauvariante KlassikBox. Dabei wird die Veranstaltungshalle BigBox in Kempten – eine große Kiste, quaderförmig, circa 50 Meter breit, 40 Meter tief und 20 Meter hoch, durch den Einbau von Holzwänden statt Vorhängen, diffundierenden Folien an den Außenwänden und Deckensegeln aus Holz so umgebaut, dass Konzertsaalakustik und -atmosphäre entstehen. Dadurch kann und soll zumindest bei Orchestern auf Elektroakustik verzichtet werden. Die ansonsten benutzte Bühne bleibt dabei leer und das Orchester spielt auf einer Podestbühne, die im Parkett steht. Das Publikum sitzt nur auf der Tribüne.

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Wood

Zum 100. Geburtstag der Jazzlegende Dexter Gordon

Zum 100. Geburtstag der Jazzlegende Dexter Gordon

Sein Leben kannte himmlische Triumphe und höllische Abgründe. Am Ende gab er die Zusammenfassung davon selbst – als Hauptdarsteller im Film “Round Midnight”. Wir erinnern an Dexter Gordon (1923 bis 1990), einen der großen Tenorsaxofonisten des Jazz.

Er solle endlich nach Hause kommen, sagte die Frauenstimme am Telefon. Sie sagte es nicht zum ersten Mal. “Die Leute in New York sollten hören, wie gut du bist. Es gibt da eine große Lücke, seit John Coltrane von uns gegangen ist. Du kannst helfen, sie zu füllen.” Die Frau am Telefon war seine Tourmanagerin. Sie wusste am besten, dass Dexter Gordon in Europa ein großer Jazzstar war. Fast 15 Jahre lang lebte er nun schon außerhalb der USA.

Aber auch davor schon war er ein Jahrzehnt lang in seiner Heimat nicht wirklich präsent gewesen – er hatte viele Jahre im Gefängnis verbracht, seines Drogenkonsums wegen. Die US-Justiz hatte geglaubt, an ihm ein Exempel statuieren zu müssen. Deshalb war er weggegangen – nach Europa. Hier wurde er gefeiert, hier machte er seine Schallplatten, viele Schallplatten. Doch in Amerika nahm man das kaum wahr. Die Älteren hatten ihn vergessen, die Jüngeren ihn noch nie gehört. “Komm endlich heim”, sagte die Frau am Telefon. “Der Tenorsax-Thron steht leer.”

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Brass

German Hornsound über Heimat

German Hornsound über Heimat

Das Ensemble “German Hornsound” hat ein neues bemerkenswertes Projekt am Start. “Heimat” ist das Thema. Ein großes Thema, dem sich die Musiker von mehreren Seiten nähern. Sie haben Lieder und Arien aus über 500 Jahren Musik- und Zeitgeschichte, über alle Grenzen und Genres hinweg eingespielt. Neben den vier Hornisten sind der international renommierte Tenor Daniel Behle sowie der Schauspieler Mario Adorf mit von der Partie. Wir trafen den Hornisten Christoph Eß bei einem Zwischenstopp am Münchner Flughafen.

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Orchestra

Musik – letztes Asyl der Bildungsidee?

Musik – letztes Asyl der Bildungsidee?

Wenn marktwirtschaftliche Interessen bestimmen, was Bildung heißt, wird der spielerische Freiraum der Musik wichtiger denn je. “Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt” (Friedrich Schiller).

Die Bildungsdiskussion kommt nicht zur Ruhe. Im Oktober 2022 meldete die OECD freudig, dass “das internationale Bildungsniveau” steige – so jedenfalls formulierte es die ARD-Tagesschau. Genauer gesagt ging es um die wachsende Zahl “hoher Bildungsabschlüsse” – gemeint waren Fachqualifikationen, die die Einkommens- und Arbeitsmarktchancen der Absolventen erhöhen sollen. Wohlgemerkt: Die OECD ist eine internationale Wirtschaftsorganisation. Ihr Bildungsinteresse beschränkt sich darauf, Ausbildungen an die Erfordernisse der kapitalistischen Wirtschaft anzupassen. Bildung im Sinne der OECD bedeutet: Kompetenzerwerb und Schulung, Leistungsschau und Abrichtung, Erzeugung von Humankapital und Abschöpfung von Talenten. Die Bedürfnisse der internationalen Ökonomie wirken längst tief hinein in die Organisation unserer Ausbildungseinrichtungen. Selbst in den einfachen Schulen geht es im PISA-Zeitalter um Rankings, Qualitätssicherung, Effizienzorientierung und Konkurrenztests. Ganz wie im Wirtschaftsleben. 

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Orchestra, Wood

Michaela Butz und das Polizeiorchester Bayern

Michaela Butz und das Polizeiorchester Bayern

Seit Herbst letzten Jahres ist Michaela Butz Solo-Klarinettistin im Polizeiorchester Bayern. Nachdem sie diese Stelle zuvor schon in den Sinfonieorchestern des Stadttheaters Pforzheim und des Staatstheaters Augsburg innehatte, kehrt sie nun ins Blasorchester zurück. Back to the Roots! Wir trafen die Klarinettistin im Orchesterbüro des Polizeiorchesters Bayern auf dem Gelände der Bayerischen Bereitschaftspolizei in München. 

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Brass

Wie klinge ich wie Clifford Brown, Malte Burba?

Wie klinge ich wie Clifford Brown, Malte Burba?

Von den Fragen, die Malte Burba immer wieder erreichen, greifen wir jeden Monat einige heraus, die alle interessieren könnten. Im aktuellen Beitrag geht es um geschlossene Zähne, Mandelentzündung und Clifford Brown. Wenn Sie eine Frage haben, die Malte Burba auf dieser Seite beantworten soll, dann mailen Sie an: burba(at)brawoo.de

Ich möchte gerne klingen wie Clifford Brown, bekomme es aber trotz jahrelangen Übens nicht hin. Was kann ich machen?

Eine ähnliche Frage gab es, wahrscheinlich von Ihnen (?), schon einmal in Clarino 11/2018. Wa­rum wollen Sie denn genauso klingen wie Clifford Brown? Haben Sie keine eigenen Fähigkeiten und Fantasie? Am Anfang Ihrer Beschäftigung mit der Materie wird es durchaus sehr hilfreich gewesen sein, sich an großen Vorbildern zu orientieren. Nach einer Weile sollten Sie aber eigentlich eingesehen haben und soviel Selbstvertrauen aufgebaut haben, dass Sie die einmalige Gelegenheit haben, aus den Anregungen Ihrer Vorbilder und Ihren individuellen Stärken einen eigenen musikalischen Fingerprint entwickeln zu können! Wenn Sie partout etwas wollen, was Sie nicht können, ist das genauso misslich, wie etwas zu können, was keiner hören will. Schließen Sie also Frieden mit Ihren Wünschen und Fähigkeiten und entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Und leider muss ich noch einmal an das Bonmot von Wilhelm Busch erinnern: Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.

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Orchestra

WePlay4Ukraine sammelt mit Musik für die Ukraine

WePlay4Ukraine sammelt mit Musik für die Ukraine

Seit einem Jahr tobt in der Ukraine der Krieg. Am 24. Februar 2022 marschierten Putins Truppen im Nachbarland ein, was eine Eskalation im seit 2014 schwelenden Russisch-ukrainischen Krieg bedeutete. Christoph Müller wollte etwas tun. Und rief das Projekt WePlay4Ukraine ins Leben. Wir fragten nach.

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